Posts by andi_s

    Danke Andreas!

    Im Moment habe ich eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung. Und bin immer mal wieder zuletzt 6 Wochen in D, jetzt wieder 4 Wochen hier.

    Den Stempel im Pass habe ich genauso bei der Einreise mit dem PKW bekommen.


    Sonst schon mal jemand hier mit dem Flugzeug über Moskau gekommen?


    Viele Grüße,

    Andreas

    Hallo Zusammen,


    ich bin am Samstag mit dem Flugzeug über Moskau nach Minsk geflogen. Für Russland hatte ich mir ein Transitvisum besorgt, für Belarus habe ich eine Aufenthaltsgenehmigung und ein Visum je für ein Jahr.

    Bei der Ankunft mit dem Flugzeug in Minsk gab es keinerlei Grenzkontrollen oder auch nur Zollkontrollen. Jetzt bin ich in Belarus, aber niemand weiß, dass ich hier bin. Ich habe in meinem Pass keinen Einreisestempel zu meinem Visum, wie ich den sonst immer bekomme. Weiß hier jemand ob das so in Ordnung ist? Oder muss ich mich noch irgendwo nachträglich melden?

    Zurück fliege ich ja auch wieder über Moskau. Also wird es bei der Ausreise vermutlich auch keine Grenzkontrolle geben und niemand, der bemängelt, dass ich keinen Einreisestempel habe...


    Viele Grüße,

    Andreas

    Hallo Zusammen,


    vielleicht bin ich ja der Einzige, der sich gerade redlich abmüht Russisch zu lernen. Falls nicht habe ich hier ein paar Tips zu Seiten und Apps, die ich gerade nutze und die mir hilfreich erscheinen.

    Wenn jemand noch andere Empfehlungen hat, würde ich mich sehr darüber freuen.


    1. Russland Journal: Eine weitestgehend kostenfreie Seite mit sehr vielen Tools, die beim Russisch lernen helfen. Ich finde vor alloem den Podcast sehr hilfreich (kann man z.B. auf langen Autfahrten hören) und den Verben-Trainer als App.
    2. Preply: Portal mit Russisch Lehrern und Lehereinnen, mit denen man Online Russisch lernen kann. Für Deutsche verhältnisse sehr preiswert und durch EInzelunterricht sehr intensiv. Bring meiner Meinung nach mehr als Gruppenkurse an der VHS (hatte ich auch mal versucht), kann zu individuellen Zeiten erfolgen und ist pesönlich auf einen zugeschnitten. Ich lerne seit 5 Monaten regelmäßig mit dieser Lehrerinund kann sie sehr empfehlen.
    3. Babbel: Habe ich ca. 1 Jahr benutzt. Ist für den Wortschatz ganz nett, aber ohne strukturierte Grammatik ist meiner Meinung nach das Erlernen einer Sprache nicht möglich. Oder zumindest nicht, wenn man nicht dauerhaft dort wohnt.
    4. Mondly: Etwas ähnlich wie Babbel, aber mit z.B. Chat-Bot, AR und VR Integrationen etwas abwechslungsreicher und auch preisgünstiger. Habe ich jetzt mal als Begleitung zum Lernen mit Lehrerin angefangen.
    5. Quizlet: Meine Leherein hat hier Vokabel-Sets zu ihrem Kurs angelegt und mich dazu eingeladen. Von daher reicht mir hier die kostenfreie Version. Es gibt auch Russisch Vokabel Sets anderer Organisationen, soqweit ich gesehen habe. Ob man die auch kostenfrei nutzen kann, müsste jeder selbst ausprobieren.

    Ich habe zu keinem der genannten Unternehmen irgendwelche Verbindungen und bekomme auch keine Provision, wenn jemand hier sich dort anmelden sollte. Ich poste die Links hier nur, um Informationen weiter zu geben.


    Viele Grüße,

    Andreas

    Hallo Belarus.Andreas,


    alles in Ordnung, was du schreibst. Gesetze müssen in jedem Land eingehalten werden und mit der lokalen Sprache sollte man sich auch auseinandersetzen, wenn man länger in einem fremden Land leben möchte.

    Aber ein bischen was muss ich zur Ehrenrettung der Deutschen und Deutschlands doch schreiben:

    Erstens treffen Verallgemeinerungen im seltensten Fall zu. Ich kenne jedenfalls sehr viele Gastfreundliche Deutsche und ich kann zumindest sagen: Hättest du damals bei mir geklingelt hättest du auch Wasser bekommen. Und ich bin sicher, auch bei meinen Freunden.

    Und zweitens sitzt in Deutschland (soweit mir bekannt) nicht eine einzige Person in Haft wegen regimekritischer "Meinungsäußerungen" in der Öffentlichkeit oder im Internet. Die Anführungszeichen setze ich deswegen, weil solche "Meinungsäußerungen" manchmal auch direkte Aufrufe zu Mord oder, bei weiblichen Politikern, Vergewaltigung sind. Nur selten wird hier wirklich aktiv dagegen vorgegangen, wovon man auch halten kann, was man will.

    Bei (unangemeldeten) Demonstrationen geht die Polizei natürlich spätestens dann dazwischen, wenn Gewalt eingesetzt wird. Aber auch hier wird in der Regel nicht mal jemand direkt verhaftet, wenn er einen Polizisten angreift oder ein Auto in Brand setzt. Zumindest nicht lange. Es werden die Personalien aufgenommmen und wenn die Person einen festen Wohnsitz hat, kann sie wieder nach Hause gehen und der Rechtsweg nimmt seinen Lauf. Irgendwann erfolgt dann (hoffentlich) eine Verurteilung vor Gericht. Es wird niemand von der Polizei krankenhausreif geprügelt, es gibt keine Folter und Mishandlung im Gefängnis und es stirbt niemand im Gefängnis an körperlichen Mishandlungen.

    Vielleicht findet jemand irgendwelche Gegenbeispiele, mir sind allerdings keine bekannt. Und wenn so etwas hier doch mal vorkommen sollte, bin ich sicher, dass unser Rechtsstaat dann auch gegen die mishandelnden Beamten ermitteln würde.


    Alles Gute,

    Andreas

    Hallo Haba,


    ich möchte dem Admin Andreas beipflichten.

    Ich bin jetzt seit 9 Monaten Mitglied hier, habe von einigen Informationen profitiert und versuche etwas zurück zu geben. Ich bin auch kein Troll, weswegen ich mich auch mit Bild registriert habe.

    Wenn dir manche Beiträge etwas "Belarusfreundlich" vorkommen, liegt das vielleicht daran, dass hier viele Mitglieder aktiv sind, die Belarus gut kennen. Und das Land selber und vor allem die Menschen hier sind schon wirklich sehr interessant und freundlich. Und auch wenn auf staatlicher Ebene aus westlicher Sicht sicher nicht alles in Ordnung ist (Menschenrechtsverletzungen bleiben immer Menschenrechtsverletzungen) so gibt es nun mal auch sehr viel positives über Belarus zu berichten.

    Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass (wenige) Mitglieder dieses Forums irgendwie Belarus als das gelobte Land ansehen und Deutschland / die EU als Diktaturen. Aber diese Meinung muss man ja nicht teilen. Und als jemand mal versucht hat Verschwörungstheorien über Corona hier rein zu tragen, wurde das von Andreas und anderen Mitgliedern freundlich aber bestimmt unterbunden.

    Von daher, lass uns über Belarus Informationen teilen und Meinungen diskutieren. Solange diese in halbwegs vernünftigen Ton vorgetragen werden, sind diese denke ich nie unerwünscht.


    Viele Grüße,

    Andreas

    Hallo Globetrotter und Alle Anderen,


    ich bin zwar nicht ausgewandert, aber seit 15 Monaten regelmäßig auch länger in Minsk. Ich kann meinem Namensvetter nur beipflichten, ich werde persönlich immer gut behandelt und hatte noch nie größere Probleme. Ganz im Gegenteil, wenn ich mich gegenüber normalen Belarussen manchmal als Deutscher zu erkennen gebe (weil mein Russisch nun mal noch nicht so gut ist...) erlebe ich häufig, dass die Leute über das ganze Gesicht strahlen, mich herzlich begrüßen und manchmal versuchen irgendwelche Deutschen Brocken in ihrem Wortschatz raus zu kramen. Erstaunlicherweise gerade auch ältere Leute, die vielleicht noch (Nach-)Kriegserfahrungen haben und bei denen ich vollstes Verständnis hätte, wenn sie nicht gut auf Deutsche zu sprechen wären.

    Dass das eigene Volk schikaniert wird, kann ich so generell auch nicht unterschreiben. Was ich im allgemeinen mit bekomme ist, dass die "normalen" Menschen auch ganz normal und in Ruhe arbeiten und leben können. Bei Behördengängen gerät man manchmal / oft an irgendwelche Wichtigtuer und Paragraphenreiter, die sich aufspielen, weil sie eine Uniform tragen. Aber mit Ruhe und Geduld und Einbeziehung des Vorgesetzten konnten wir zumindest bisher immer alles lösen.

    Wenn man natürlich öffentlich gegen den Präsidenten oder die Regierung angeht, muss einem klar sein, dass man sich in größte Gefahr begibt, die über "Schikane" noch deutlich hinaus geht. Ich möchte auch betonen, dass ich das aufs schärfste verurteile. Aber so ist die Situation nun mal und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er damit umgeht.


    Viele Grüße,

    Andreas

    Vielen Dank an Alle, für diese wertvollen und inspirierenden Gedanken!

    Ich dachte zunächst, ich spende an eine in Deutschland anerkannte Institution, damit ich die Spende von der Steuer absetzen kann, dadurch einen entsprechend höheren Betrag spenden kann und sich letztendlich der deutsche Statt auch beteiligt. Aber vielleicht macht es tatsächlich Sinn bei meiner nächsten Reise mal etwas Geld direkt dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird.

    Viele Grüße,

    Andreas

    Guten Morgen,


    Ich habe im April diesen Jahres einen sechs-stelligen Betrag einfach von meiner Sparkasse auf ein Konto, das ich vorher bei der Priorbank in Minsk eröffnet hatte, überwiesen.

    Hat problemlos geklappt, das Geld war innerhalb von 3 Tagen verfügbar und es hat ca 200€ Gebühren gekostet.


    Ich habe damals nicht geschaut, ob es anders günstiger gegangen wäre. Bei so einem großen Betrag wollte ich keine Risiken eingehen.


    Viele Grüße,

    Andreas

    Belarus.Andreas : Danke für die Liste. Gab es die hier schon irgendwo? Dann habe ich sie vorher nicht gefunden.
    Gegoogelt habe ich natürlich auch und darüber z.B. die SOS Kinderdörfer gefunden. Aber z.B. auch die Human-Rights-Belarus.org, die wohl schon seit 2019/20 nichts mehr veröffentlicht haben. Da hätte ich kein gutes gefühl, dass mein Geld noch irgendwo ankommt.

    Deshalb hatte ich gedacht, ich frage hier mal, ob jemand persönliche Erfahrungen mit irgendeiner Organisation hat, so dass ich mir halbwegs sicher sein kann, dass die Gelder auch ankommen...

    Hallo Zusammen,


    da mir in diesem Jahr Belarus und die Menschen dort durch meine Freundin sehr ans Herz gewachsen sind, würde ich gerne etwas Geld spenden für Organisationen, die dort soziale Projekte durchführen und den Menschen helfen. Kennt ihr Wohltätigkeitsorganisationen, die in Deutschland anerkannt sind und soziale Projekte in Belarus unterstützen?

    Bei meiner Internetrecherche bin ich auf SOS Kinderdörfer gestoßen, die dort wohl aktiv sind. Aber vielleicht kennt jemand noch andere, spezifisch auf Belarus ausgerichtete Organisationen?


    Für Anregungen wäre ich Dankbar,


    Andreas

    Prinzipiell könnte ich dies auch als (noch) nicht verheirateter und ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und nur mit einer Registrierung am Wohnort (Eigentum mit dauerhaften Wohnsitz), welche vom Ausländeramt OVIR (russ. ОВИР) jeweils für ein Jahr ausgestellt wird. Diese ist mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung vergleichbar und wird jährlich aufs neue ausgestellt. Lediglich mit der Beschränkung, dass sich abseits des gemeldeten Wohnort nur maximal 3 Tage aufgehalten werden darf. Zeitlich gesehen, wäre eine Ausreise dann eher von einer geringerer Freude ;)


    Gruss,
    Andreas

    Hallo Andreas,

    Kannst du das näher erläutern?

    Ich habe eine temporäre Aufenthaltsgenehmigung für 1 Jahr und bin in meiner Wohnung registriert. In der Wohnung wohnt ausserdem dauerhaft meine Freundin mit ihren Kindern. Ich komme immer mal wieder zu Besuch.

    Unterliege ich da deiner Nachricht nach dieser 3 Tage Regelung?

    Das letzte mal konnte ich auch mit Aufenthaltsgenehmigung problemlos wieder ausreisen.

    Ausserdem wollen meine Freundin und ich zusammen nächste Woche von Minsk aus nach Ägypten in Urlaub fliegen. Siehst du da irgendwelche Probleme auf mich zukommen?

    Viele Grüße,

    Andreas

    Mischka

    Ich würde sagen, dies entspricht den aktuellen gesetzlichen Regelungen die mit dem Vorwand der Corona Situation erlassen wurden. Bis vor kurzem war die Frist noch 6 Monate, daher sind die 3 Monate jetzt schon ein Fortschritt.

    Siehe auch hier: link

    Es gibt auch eine Englische Seite, diese enthält jedoch nicht alle Informationen. Daher besser diese Russische Seite nehmen und ggf. von Chrome übersetzen lassen.

    Und um es nochmal klar zu machen: Die Frist von 3 Monaten gilt nur bei der Ausreise über Landgrenzen und auch nur für Belarussische Bürger (die dürfen aber nur raus, wenn sie im Ausland arbeiten oder dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben) oder Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung. Ohne Aufenthaltsgenehmigung darf man als Ausländer allerdings nicht über Land einreisen. Was gehen müsste, ist über den Flughafen Minsk einreisen und dann über Land wieder ausreisen.

    Bei meiner Belarussischen Freundin war das im Sommer genau anders rum. Sie konnte nur über den Flughafen ausreisen und durfte dann aber später über Land wieder einreisen.

    Hallo zusammen,


    ich bin hier zwar schon eine Weile Mitglied, habe aber jetzt erst gesehen, dass man sich hier kurz vorstellen sollte...
    Ich bin Anfang 50 und habe seit etwa einem Jahr eine Freundin in Minsk. Inzwischen war ich einige Male mit dem Flugzeug hier. Das ging anfangs aus Frankfurt immer sehr einfach und unkompliziert ohne Visum. Seit dem Vorfall mit dem Blogger ist es über Istanbul leider deutlich komplizierter und teurer. Im Moment bin zum ersten Mal mit dem Auto hier. Das ist zwar eine ziemlich lange Fahrt, aber auf 2 Tage aufgeteilt ging es ganz gut.

    Ich bin inzwischen Eigentümer einer Wohnung in Minsk und habe dadurch eine Aufenthaltsgenehmigung.

    Hallo Mischka !
    Selbst wenn du "nur" ein Visum hättest, aber keine Aufenthaltsgenehmigung oder Verwandtschaft, dürftest Du über Landgrenzen als Ausländer momentan sowieso nicht einreisen.
    Und wenn du über den Flughafen Minsk einreist brauchst du zumindest für 30 Tage gar kein Visum.

    Wegen der EU Sanktionen sind Flüge allerdings momentan vor allem über Istanbul oder Moskau möglich. Wobei Moskau normalerweise wohl auch problematisch ist für Ausländer, das es sich dabei quasi um Inlandsflüge handelt (soweit ich gelesen habe). Aber vielleicht hilft Dir dein Russland Visum hier.

    Viele Grüße,

    ein anderer Andreas

    Hallo zusammen,


    wenn SPDOG schon im Sommer mit dem Auto in Belarus war, dann wird er sicher eine Aufenthaltsgenehmigung haben. Sonst hätten sie ihn gar nicht einreisen lassen.
    Mit Aufenthaltsgenehmigung darf er dann allerdings nur einmal in 3 Monaten überhaupt wieder ausreisen, ganz unabhängig von einer 7-tägigen Selbstisolation. Stellt sich also die Frage, wie lange "im Sommer" genau her ist.

    Die Selbstisolation entfällt auch, wenn man geimpft ist. Mein ausgedrucktes EU Zertifikat wurde ohne Probleme anerkannt.

    Außerdem entfällt die Selbstisolation, wenn man eine Einladung von einer Belarussischen Firma hat (juristischen Person). Vielleicht wäre das auch noch eine Möglichkeit, wenn SPDOG da irgendwelche Kontakte hat.

    Soweit wenigstens mein Kenntnisstand.

    Viele Grüße und ein schönes WE!

    Liebe(r) Surreal,

    was soll das denn für ein toller Plan sein, den China, die USA, Russland, die EU und Indien alle gemeinsam ausgeheckt haben? Das sind alles Nationen, die normalerweise schon aus Prinzip nicht das machen, was jeweils die anderen machen. Trotzdem hatten alle mehr oder weniger die selben Probleme und haben ähnliche Maßnahmen ergriffen. Und sie haben das einfach aus der Notwendigkeit des Faktischen heraus gemacht, um Menschenleben zu retten.

    Und das mit dem "durchregieren" hat ja auch in USA und Deutschland fantastisch geklappt. Da sind die Regierungen trotz (oder wegen?!) Corona abgewählt wurden. Zumindest Trump hatte vor Corona noch gute Chancen auf eine zweite Amtszeit. Und Putin, Lukaschenko und Xi Jinping benötigen erwiesenermaßen keine Pandemie zum "durchregieren".

    Ich schätze die Meinungsfreiheit sehr, würde mich aber freuen wenn dieses Forum nicht zum Verbreiten haltloser Verschwörungstheorien genutzt würde.

    Lasst uns auf die schönen Dinge des Lebens fokussieren und uns gegenseitig mit nützlichen Informationen rund um Belarus versorgen.

    Viele Grüße,

    Andreas

    Hallo Zusammen,


    nachdem ich schon einige Male von Informationen hier profitiert habe, möchte mal versuchen etwas zurück zu geben. Ich bin letzte Woche mit dem Auto aus Polen nach Belarus eingereist. Vielleicht kann jemand mit meinem Reisebericht etwas anfangen.


    Da es von mir zu Hause nach Minsk ca. 1600km sind und Google Maps eine Gesamt-Reisezeit von 17h angegeben hat, habe ich mir die Reise auf zwei Tage aufgeteilt. Los ging es also letzten Freitag Nachmittag gegen 15:00h. Ich wollte es bis hinter die Polnische Grenze schaffen, was mir auch bis etwa 22:00h gelungen ist.

    Hier habe ich bei Görlitz ein nettes Hotel auf Polnischer Seite gefunden, was ich für solche Übernachtungen wärmstes empfehlen kann. Es handelt sich um ein restauriertes kleines Schloss mit sauberen, freundlichen Zimmern und einem hervorragenden Frühstücksbuffet. Für eine Nacht inkl. Frühstück habe ich gerade mal 47€ gezahlt.

    Google Maps / booking.com


    Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann am Sonntag Morgen gegen 8:00 weiter einmal quer durch Polen zum Grenzübergang Kuznica / Bruzgi. In Polen war ich mir unsicher wegen Autobahnmaut, weil über der Autobahn ständig Anzeigen waren, dass man sich seit 01.Oktober bei E-Toll registrieren müsse. Ich habe dann extra nochmal angehalten und im Internet nachgeschaut (link). Da stand dann, dass zumindest bis 30. November die Maut für PKW auch noch manuell an Mautstellen gezahlt werden kann. Also bin ich weiter und auf der ganzen Strecke an keiner Mautstelle vorbei gekommen. Insgesamt war das Autofahren in Polen recht entspannt. Wenig Verkehr, nur bei Warschau mal ein kleiner Stau. Tempolimit 140kmh, tut gar nicht weh...


    Ich glaube gegen 15:00 war ich dann an der Grenze zu Belarus. Ein paar km vor der Grenze wurde ich schon mal von polnischer Polizei gestoppt und mach meinem Fahrziel gefragt. Ich denke, das war wegen des geltenden Ausnahmezustandes an der Grenze. Nachdem ich meinen Pass gezeigt hatte und angegeben habe, dass ich nach Minsk fahren wolle, durfte ich dann auch weiter fahren.

    Bei der Anfahrt an die Grenze hat mich zunächst mal die bestimmt 3km lange LKW Schlange geschockt. Ich bin langsam daran vorbei gefahren und habe im Stillen die LKW Fahrer bedauert. Wie lange die da wohl warten müssen? Ein paar Tage bestimmt...


    An der Grenze angekommen ging auf der polnischen Seite alles sehr schnell. Pass vorzeigen, ein kurzer Kontrollblick ins Fahrzeug, dass ich tatsächlich alleine bin, dann ging es auch schon weiter.

    Auf der belarussischen Seite hat es dann allerdings ca. 1,5h gedauert, obwohl bei den PKW eigentlich nichts los war. Ich konnte sofort an die "rote" Durchfahrt ran fahren (mit einem ausländischen Auto muss man immer "rot" nehmen, hatte ich vorher erfahren) und dann kam nach 5 Minuten auch schon der erste Grenzer. Er sprach leider nur schlecht Englisch und mein Russisch steckt auch noch in den Kinderschuhen. Aber irgendwie haben wir uns verstanden.

    Zunächst hat er mir nach Ansicht meines Passes erklärt, dass die Grenze für Ausländer geschlossen sei. Ich habe ihm dann meine Aufenthaltsgenehmigung und mein Visa im Pass gezeigt und da war er zufrieden. Dann gab er mir einen Vordruck, in den ich meine Adresse in Minsk eintragen solle. Ich fragte, wofür das sei und er sagte, das wäre für die 7 Tage Quarantäne wegen COVID. Ich zeigte ihm dann mein ausgedrucktes EU Impf-Zertifikat und damit war das Thema auch erledigt und ich brauchte den Zettel nicht auszufüllen. Anschließend ist er in sein Häuschen gegangen, ich musste ihm durchs Fenster nochmal alle Unterlagen reichen, er hat teilweise Kopien gemacht und die Registrierung durchgeführt und dann konnte ich nach nur 20 Minuten schon weiter fahren. Ich habe mich schon gefreut und dachte, na, das ging ja schnell.


    Aber leider kam ich nur 50m bis zur nächsten Schranke. Ich dachte, die macht jetzt bestimmt gleich jemand auf und dann kann ich weiter. Aber weit gefehlt, denn das vorher war nur die Einreisekontrolle und jetzt kam noch der Zoll. Erst mal hat es bestimmt 15 Minuten gedauert bis sich überhaupt jemand mit mir beschäftigt hat. Dann kam ein Zollbeamter der immerhin recht gut Englisch gesprochen hat. Er hat mir erklärt, dass ich für mein Auto eine Zollerklärung in zweifacher Ausfertigung ausfüllen müsse. Die gab es immerhin auch in Englisch und ich konnte die beiden Exemplare recht schnell ausfüllen. Bis dahin war der Kollege allerdings schon wieder weg und nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit kam dann ein anderer Kollege und hat die Dokumente an sich genommen. Ich solle solange am Auto warten. Nach einiger Wartezeit kam dann der erste Zollbeamte wieder und meinte, ich solle all mein Gepäck auf einen großen Tisch ausladen und die Koffer und Taschen öffnen. Einige Zeit nachdem ich das erledigt hatte kam er wieder und hat sich von mir erklären lassen, was das alles sei. Ich erklärte ihm, dass ein Koffer und eine Sporttasche mein persönliches Reisegepäck enthielten und dass der andere Koffer und die ALDI-Tasche Mitbringsel und Geschenke enthielten. Ich hätte für alles Rechnungen und Kassenzettel und alles zusammen sei nicht mehr wert als 500$ und nicht schwerer als 25kg. Er hat sich alles mal stichprobenartig angesehen, die Rechnungen wollte er aber nicht sehen und gewogen hat er den ganzen Kram auch nicht. Ich durfte dann alles wieder einräumen und nach einer weiteren Wartezeit kam dann der andere Kollege mit meiner Zollerklärung zurück, fertig gestempelt und unterschrieben. Sie erklärten mir dann, dass ich die Zollerklärung ja nicht verlieren dürfe und dass ich bis Anfang April wieder mit dem Auto ausreisen müsse. Ich lachte und sagte, das sei kein Problem.

    Und so war ich nach etwas über 1,5h endlich mit allem fertig und durfte tatsächlich nach Belarus einreisen.


    Direkt hinter der Grenze war dann auch eine Tankstelle und da ich fast schon auf Reserve war (in Belarus ist das Tanken viel günstiger als in Polen) habe ich erst mal (fast) vollgetankt. Warum nur fast? Weil man in Belarus vor dem Tanken in der Tankstelle sagen muss, wie viel man tanken will, erst mal bezahlt und dann erst tanken kann. Ich musste also grob schätzen, wie viel wohl rein passt, das war auch neu für mich.

    Die Fahrt nach Minsk war dann recht entspannt. Meistens durfte man sogar Tempo 120 fahren, also Tempomat rein und ganz gemütlich nach Minsk weiter. So gut wie kein Verkehr auf dem Land und auch in Minsk selbst war es dann am Samstag Abend recht ruhig. Erschöpft aber glücklich erreichte ich dann gegen 21:00 Ortszeit nach etwa 3h Fahrzeit unser zu Hause. Das erste Mal mit dem Auto in Minsk und alles ist gut gegangen.


    Zum Abschluss mal noch eine Liste aller Dokumente, die ich dabei hatte und eine kurze Erläuterung, ob ich sie gebraucht habe oder nicht.


    Reisepass mit Aufenthaltsgenehmigung und Visum (Ich habe nicht gesehen, dass das Visum näher angeschaut wurde, die Aufenthaltsgenehmigung schon)

    Notariell beglaubigte Übersetzung des Reisepasses (Habe ich nicht gebraucht, hatte ich aber noch vom Wohnungskauf)

    Unterlagen über meine gekaufte Wohnung in Minsk (brauchte ich nicht)

    EU-Führerschein und beglaubigte Übersetzung (wurde nicht kontrolliert, brauch ich wahrscheinlich nur, wenn ich mal in eine Verkehrs-Kontrolle komme)

    Zulassung und Vollmacht meiner Firma, dass ich den Firmenwagen auch im Ausland fahren darf (Zulassung wurde kontrolliert, Vollmacht wollte niemand sehen)

    "Grüne" Versicherungskarte fürs Ausland, die jetzt weiß ist (wurde kontrolliert)

    Nachweis über Auslandskrankenversicherung (wurde nicht kontrolliert, vielleicht wegen Visum und Aufenthaltsgenehmigung?)

    EU COVID-19 Impfzertifikat (wurde kontrolliert und ohne Nachfragen anerkannt)

    BelToll Registrierung für e-Vignette (wurde nicht kontrolliert)


    Vielleicht kann ich irgendjemand der/die ähnliches vorhat, mit meinem Bericht ein wenig helfen. Ich selbst war vor der Reise wenig unsicher, ob ich alles habe, was ich brauche und etwas aufgeregt ob der Dinge, die da auf mich zu kommen. Vielleicht kann ich mit dem Bericht Anderen die Unsicherheit ein wenig nehmen.


    Und hier noch ein paar Links, unter denen ich mich über die Einreisemodalitäten schlau gemacht habe:


    Botschaft Belarus in Deutschland

    Grenzschutz

    Zoll


    Über Feedback oder Fragen würde ich mich freuen!