Tschernobyl: Waldbrand - Gefahr auch für das AKW & Belarus?

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  • Tschernobyl: Waldbrand - Gefahr auch für das AKW & Belarus?


    Am 28.04.2015 ist in der Sperrzone des nur 20 Kilometer entfernten havarierten Atomkraftwerks (AKW),
    im Norden der Ukraine, ein über 400 Hektar Flächendeckender Waldbrand ausgebrochen. Seit dem sind dort
    mehr als 200 Helfer im Einsatz um den Waldbrand ein Ende zu setzen. Aber welche Gefahren lauern und was
    könnte durch den Waldbrand noch passieren, wenn es den vielen Einsatzkräften und Helfern nicht gelingt den
    Waldbrand unter Kontrolle zu bekommen? Zwar wurde zwischenzeitlich, seitens der ukrainischen Behörden
    eine Entwarnung gegeben, doch fachen aber auch immer wieder starke Winde neues Feuer an.


    Laut Spiegel, sagte der ukrainische Zivilschutzchef Sorjan Schkirjak ...

    Quote

    Eine Gefahr für die Kraftwerksruine, in der sich noch immer hoch radioaktives Uran befindet, bestehe nicht


    Solange durch die Einsatzkräfte und Helfer der Waldbrand unter Kontrolle gebracht ist und aber auch bleibt,
    dürften sich diese Worte zweifellos bewahrheiten. Jedoch wird das unter Kontrolle bekommen, durch den
    starken Winden und den dadurch immer wieder entfochendes Feuer, laut In-/Ausländischen Nachrichten-
    meldungen zu Folge, stets erschwert. Sollte jedoch das Feuer den 1986 durch eine Explosion im Block 4
    des haverierten AKW's erreichen, könnte eine weitere folgenschwere Katastrophe voranstehen.
    Denn in dem AKW befinden sich nach wie vor auch heute noch Hochradioaktive Materialen wie:
    [ul]
    [li]Strontium-90 (Halbwertszeit: 28,8 Jahre)[/li]
    [li]Lod-131 (Halbwertszeit: 8 Tage)[/li]
    [li]Caesium-137 (Halbwertszeit: 30,1 Jahre)[/li]
    [li]Plutonium-241 (Halbwertszeit: 14,4 Jahre)[/li]
    [li]Americium-241 (Halbwertszeit: 432 Jahre !!!)[/li]
    [/ul]


    Laut den Umweltschützern Greenpeace besteht zudem auch eine ganz andere unsichtbare Gefahr ...

    Quote

    Umweltschützer von Greenpeace in Russland warnten vor einer möglichen Katastrophe.
    Der Wind könne eine radioaktiv verseuchte Rauchfahne bis nach Weißrussland treiben, teilte die Organisation mit.


    Mit und nach dem Super-GAU vom 26. April 1986 im AKW Tschernobyl, wurden durch die Explosion,
    Hochradioaktive strahlende Partikel freigesetzt und vom Wind fortgetragen. Einige dieser Partikel sind
    im Nahgelegenden Waldgebiet herabgefallen, welcher sich aufgrund der Radioaktiven Partikel rötlich färbte
    und den Namen "Roter Wald" erhielt. Weitere Partikel wurden u.a. dabei auch nach Belarus, Russland aber
    auch bis nach Schweden und Deutschland fortgetragen.
    Die unsichtbare Gefahr besteht jedoch nicht nur darin, dass sich der Waldbrand in dem nur 20 Kilometer
    entfernten AKW befindet und damit auch das AKW selbst gefährdet, sondern besteht auch eine weitere
    unsichtbare Gefahr. Die u.a. (nicht nur) im "Roten Wald" herabgefallenen Hochradioaktiven Partikel
    könnten auch durch das Feuer in die Luft steigen und von Winden fortgeführt werden. Dadurch besteht
    (zumindest zur jetzigen Zeit) ein weiteres Risiko für Belarus, da die Winde derzeit von Süden (Ukraine)
    in Richtung Norden (Belarus) wehen.


    Links zu den aktuellen Waldbränden ...

  • @MrRossi

    Quote

    Es sind halt nicht nur irgendwelche noch vorhandenen Partikel, sondern die radioaktiven Stoffe selbst,
    die durch die Pflanzen aufgenommen und gebunden wurden. Die werden jetzt wieder freigesetzt.


    Richtig! Unter anderem auch Pilze und Beeren, die Belarussen-/innen (und meine Wenigkeit auch) doch so sehr lieben.
    Dabei speichern besonders Pilze Radioaktive Partikel, die entweder in Form von radioaktiven Regen,
    durch starke Winde aufgewirbelte oder aber durch den z.B. derzeitigen Waldbrand und verbundenen
    Winden fortgetragen werden (können).
    Dabei speichern Pilze besonders Caesium (137Cs), mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren, besonders gut.
    Des weiteren ist natürlich nicht nur das Caesium eine Gefahr, denn es wurden damals bei der Nuklear-
    katastrophe bei weitem mehr Radionuklide freigesetzt als nur Caesium, welche z.T. noch viel längere
    Halbwertszeit haben. Wie u.a. ...

    Radionuklide Halbwertszeit Aktivität
    Krypton (85Kr) 10 Jahre 33 Bq/mg
    Iod (133I) 20 Jahre 910 Bq/mg
    Caesium (137Cs) 30 Jahre 3.300.000.000 Bq/mg
    Strontium (90Sr) 28 Jahre ≈10 Bq/mg
    Plutonium (240Pu) 6560 Jahre k./A.
    Plutonium (242Pu) 24.110 Jahre k./A.
    Plutonium (239Pu) 375.000 Jahre :ohmy: 2.307.900 Bq/mg



    Quote

    Mein eigener Geigerzähler für die Hintergrundbelastung zeigt auch nichts verdächtiges an:


    Damals vor meiner ersten Reise nach Belarus und auch bei der anschließenden Auswanderung,
    habe ich auch mit den Gedanken gespielt, mir einen Geigerzähler anzuschaffen, was ich aber
    letztendlich nicht getan habe. Sicherlich hat und kann solch ein Geigerzähler nur Vorteile haben.
    Doch Geigerzähler hin oder her, die Pilze schmecken hier dennoch sehr ;) :laugh:



    Quote

    Ist auch grade eine Regenfront durch Belarus gezogen, also wird der Rauch auch nicht sehr weit gekommen sein.


    Dann wollen wir mal hoffen, dass die Regenfront den Einsatzkräften vor Ort beim löschen des
    Waldbrandes helfen bzw. geholfen haben. Denn laut Wetterprognose soll es (zumindest hier)
    wieder besseres Wetter bei strahlenden Sonnenschein geben und somit würde, insofern es in
    dem betroffenden Gebiet weiter brutzelt, dann ggfls. u.U. gleiche Situationen geben (können).



    Quote

    Strahlungsfreie Grüße aus Mogilev


    Wenn auch kein schwarzer Mann, aber schwarzen Humor hat er ;) :laugh:
    Deinen Worten zu Folge schließe ich daraus, dass bei Dir in Mogilev nichts strahlt.
    Da kann ich unsererorts nur wiedersprechen, denn hier strahlt es ...
    ... wenn auch (Gott sei Dank) nur die Sonne B)
    Wohnst offensichtlich wohl doch am falschen Fleck in Belarus :P :laugh: