Belarus: Antwort auf neue EU-Sanktionen vorbereitet

There are 5 replies in this Thread. The last Post () by Mosyr.

  • Irgendwie etwas verbogen das Ganze.

    Womit will man als BY der EU mit Sanktionsantworten schaden das es wehtut?

    Die wenigen Handelsbeziehungen nach der EU werden darunter leiden. Im Moment

    fallen mir Pilze (Pfifferlinge) ein, die es immer in der Metro aus BY gibt. Da werden

    sich schnell andere Lieferanten finden.

    Den Schaden werden die einfachen Bürger tragen, leider!

  • Mosyr
    Für eine Zeit arbeitete ich hier in Belarus als Manager für den Verkauf von Waldpilze- und Beeren, welche nach Deutschland und in die EU exportiert wurden. Wenn man jedoch den öffentlichen Zahlen der Belarussischen Botschaft in Deutschland glauben schenken darf, so wäre jedoch der Export von Waldpilzen- und Beeren eher ein prozentueller Minderwert - siehe folgender Tabelle:


    Mineralprodukte (Erdöl und Erdölprodukte)55,9%
    Produkte der Forst- und Holzwirtschaft14,7%
    unedle Metalle und deren Erzeugnisse11,2%
    Maschinen, Ausrüstungen, Geräte und Instrumente6,7%
    Produkte der chemischen Industrie3,8%
    Textilien und Textilwaren2,6%
    Baustoffe2,3%
    Produkte der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie2,1%


    Stand: 2019 - Quelle: germany.mfa.gov.by: Handels- und Wirtschaftsbeziehungen


    Das Mineralprodukte wie Erdöl auch mit auf der Liste stehen, darauf hätte man auch selbst kommen können. Aufgrund dessen, dass ich das Glück habe in naher Zukunft für eine der größten Metallfirmen in Belarus (stellen u.a. Metalle für Belarus-Traktoren, das AKW, etc. her) als Export-Manager arbeiten zu dürfen, sind mir entsprechend auch seit kurzen bekannt, dass Metalle und Metallprodukte nach Deutschland und die EU exportiert werden. Nichts desto trotz denke ich aber dennoch, dass Belarus sich mit solchen Worten und Taten nicht vielleicht selbst ins Bein schießen würde. Bis Dato sind zwar noch keine offiziellen Worte gefallen, sondern wurde dieses viel mehr per Medien angedroht, dennoch würde ich solches aus Belarussischer Sicht und dem daraus folgenden Nachfolgen für Belarus nicht für gut heißen lassen. Besonders weil, so wie Du schon genannt hast, dass letztlich mal wieder die Einheimischen dafür bluten müssten.


    Gruss,
    Andreas

  • Danke für deine Zahlen, wusste ich so nicht.

    Mir sind nur die Pilze und Brikett aus Holz bekannt.

    Die aufgelisteten Materialien nach Europa verkaufen zu können

    dürfte schon größter Anstrengungen bedurft haben. Boykot gab

    es ja schon vorher. Erst mit Minsk 1-3 die Gespräche zur und über

    die Ukraine hat sich ja hier die politische Lage etwas entspannt.


    Das ganze dürfte ja ohnehin schwierig werden und sein. Allein

    Russland ist nicht davon begeistert das BY Erdölprodukte zu

    "Westgeld" macht, es aber vom großen Bruder günstig bekommen

    möchte. Das hat der Kremel auch schnell erkannt. Erinnert mich ein

    Wenig an die DDR. Den Rest der aufgezählten Leistungen und Güter

    kann die EU jederzeit anderswo her beschaffen.

    Wie gesagt, auszubaden haben es die kleinen im Land.


    Aber ich war immer positiv zu BY eingestellt und bin es auch noch.

    Sicher wird man in der Regierung die Angelegenheit gut überlegen.

    Erste Worte sind immer schnell rausgehauen, entscheident sind Taten

    und daraus resultierende Lebenensumstände.


    BY, selbstständiges Land, selbstständige Entscheidungen, so soll es sein!

  • Mosyr

    Für die Liste nichts zu danken. Das solche Materialien und Produkte nach Deutschland oder generell in die EU exportiert werden, würde ich nicht als große Anstrengungen betrachten. Natürlich gibt es bei Pilzen und Beeren gewisse Beachtungen wie Untersuchung(en) auf Radioaktivität und den üblichen Zoll-Formalitäten, aber letztlich ist das nur Papierkram der relativ flott erledigt ist. Bei allen anderen Materialen und Produkten (abseits der Landwirtschaftlichen und ähnlichen) entfällt z.B. die Untersuchung auf Radioaktivität und macht die Sache letztlich nur leichter als bei Pilzen und Beeren.


    Das der große Bruder nicht erfreut ist, dass wenn Belarus das von Russland erhaltene/erworbene Mineralöl nach Deutschland oder der EU weiter verkauft, dass kann sicher ein jener gut nachvollziehen. An der Stelle des großen Bruders würde ich sicher auch kein erfreulichen Gesichtsausdruck haben. Richtig ist aber, so wie Du schon geschrieben hast, dass sich die EU alle anderen Materialen und Produkte auch innerhalb der EU beschaffen kann. Das steht außer Frage. Problematisch wird es nur bei dem Ergas oder aber Öl und da hat Belarus schon etwas in der Hand was Deutschland bzw. die EU weh tun könnte. Betrachten wir dieses mit einen anderen Beispiel: Wenn dem kleinen Bruder weh getan wird, so sagt er es dem großen und dieser wiederum mit dem, der dem kleinen weh getan hat und genau dann ist der Kran zu! Thematisiert gesehen würde dies nichts anderes bedeuten, dass wenn die EU Sanktionen gegenüber Belarus erhängt, dass Belarus mit seinen großen Bruder spricht und dieser entweder die Preise erhöht oder aber direkt den Kran dicht machen würde. Zwar kann Deutschland und die EU auch vieles selbst beschaffen, aber in manchen Punkten sind auch diese von gewissen Materialen und Produkten abhängig und werden dieses auch sicher (bezgl. des Konsum- oder Konsumverlangens) bleiben.

    BY, selbstständiges Land, selbstständige Entscheidungen, so soll es sein!

    Dem stimme ich voll und ganz zu!


    Gruss,
    Andreas

  • In allem was Du schreibst liegst Du nicht falsch.

    Dennoch, meine Meinung, ein sich bewährendes Druckmittel hat BY gegenüber der EU nicht. Das weiß man auch an den bestimmten Stellen.

    Die "große Anstrengung" sehe ich in den politischen Aktivitäten, die ja ein zeitweise doch isoliertes Land wie BY unternommen hat, um den Fuß in

    die EU Tür die ja lange durch Sanktionen geschlossen war zu bekommen.

    Ich freue mich über jede Verbesserung die vor Ort entsteht, auch für die die das Land weiter in die Gesamtgemeinschaft bewegen. Das geht der

    Mehrheit auch so!


    Im übrigen ich wüsste einiges mehr was man von BY importieren könnte was hier auch Absatz finden würde! Gerade hier in den östlichen Bundesländern.