Arbeiten in Deutschland mit belarussischer Staatsbürgerschaft

There are 3 replies in this Thread. The last Post () by Belarus.Andreas.

  • Hallo zusammen,


    ich würde gerne wissen, was für weißrussische Staatsbürger die in dauerhaft Deutschland Arbeiten zu beachten ist.

    Meine Partnerin (unter 30 Jahre alt, falls das relevant sein sollte) hat in Weißrussland studiert und anschließend in Deutschland ihren Master gemacht.

    Nun ist Sie bereits seit einiger Zeit in einem festen Arbeitsverhältnis in Deutschland und hat damit verbunden auch Ihren Aufenthaltstitel erhalten.


    Welche Anmeldungen und Behördengänge sind in diesem Szenario sowohl in Deutschland als auch in Belarus empfehlenswert um gut für die Zukunft gerüstet zu sein?


    Aus meiner Sicht ist in Deutschland nicht viel zu tun.

    Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sollte automatisch durch den Arbeitgeber angemeldet worden sein.

    Die Wohnanmeldung ist schon im Zuge der Beantragung des Aufenthaltstitel erfolgt.

    Weitere wichtige Anmeldungen haben wir spontan nicht auf dem Schirm.

    Aus unserer Sicht sollte Sie damit Anspruch auf alle Leistungen haben, die mir auch als Deutscher zustehen, oder?


    Aber wie sieht es in Belarus aus?

    Ich habe etwas von einem PP-Pass gelesen um viele Dinge auch bei der Botschaft in Deutschland erledigen zu können?

    Muss in Belarus eine Meldung über die Tätigkeiten in Deutschland erfolgen?

    Wie verhält es sich mit den sozialen Sicherungssystemen in Belarus. Laufen diese einfach weiter (Krankenversicherung, Rentenversicherung etc.)?

    Soweit ich gehört habe, zahlt man in Belarus eine Strafsteuer wenn man dort nicht arbeitet. Woher weiß der Staat, dass man im Ausland arbeitet?

    Wie verhält sich das mit der Wohnanschrift. Aktuell ist meine Partnerin in Deutschland gemeldet aber auch in Belarus.


    Fragen über Fragen ...


    Aber evtl. gibt es ja hier den ein oder anderen der einen guten Ratschlag hat oder Hinweise was in diesem Szenario nicht vergessen werden sollte? 8)


    Liebe Grüße

    avr

  • Hallo,

    wenn sie bereits einen Aufenthaltstitel in Deutschland hat und Ihre Arbeit nachgeht, so wären von der Deutschen Seite her keine weiteren Anmeldungen erforderlich. Wie Du selbst schon gesagt hast, würde die Krankenversicherung (KV), Rentenversicherung (RV) und auch Arbeitslosenversicherung (AV) automatisch vom Arbeitgeber übernommen. Lediglich ist es optional per Arbeitsvertrag möglich ein Prozentsatz mehr in die RV einzuzahlen um damit im Rentenalter etwas mehr zu bekommen. Dies ist aber optional und muss jeder für sich selbst entscheiden ob er/sie das möchte.


    Aus der Belarussischen Sicht her, kann ich nicht sehr viel dazu sagen, aber bin mir sicher, dass es hier den ein oder anderen geben wird, der Dir da mehr Informationen drüber geben kann. Das einzige wäre und das wenn sie offiziell in Deutschland arbeitet, dass für Ihr die KV und RV in Belarus sicher nicht weiter laufen wird! Wie sollte dem auch sein, wenn sie in Deutschland und nicht in Belarus arbeitet? Kurz um: Wer im Land nicht arbeitet, zahlt auch nichts in die RV ein und kann entsprechend dem auch keine Ansprüche geltend machen. Der Wohnsitz ist dafür nicht ausschlaggebend. Das sie in Belarus und in Deutschland gemeldet ist sollte m.E. kein Problem darstellen. Andererseits hätte sie schlicht weg in Deutschland auch kein Aufenthaltstitel bekommen. Der Wohnsitz in Belarus sollte jedoch kein Problem darstellen. Da jedoch auch Post zur Wohnanschrift gesendet wird (die u.a. auch wichtig bzw. verpflichtend sein kann), würde ich jedoch dazu raten, dass eine Person des Vertrauens Ihr dieses mitteilt oder zustellt. Aus meinen Freundeskreis hier in Belarus gibt es einige die nach Russland oder andere Länder fahren um dort vorübergehend zu arbeiten. Von einer solchen Strafsteuer hatte ich zwar auch schon mal gehört, aber bestätigt hat sich dies vom Freundeskreis bisher nicht. Wobei dies ggfls auch an einer inoffiziellen Arbeit im Ausland liegen kann - sprich: Was der Staat nicht weiß, macht ihm nicht heiß. Ob das nun aber der richtige Weg ist, lasse ich mal dahingestellt.


    Gruss,
    Andreas

  • Guten Morgen Andreas,


    vielen Dank!

    Ich meine gehört zu haben, dass die KV in Belarus nicht wie in Deutschland personenbezogen berechnet und "zugewiesen" wird, sondern pauschal jedem belarussischen Staatsbürger zur Verfügung steht.

    Sollte dem nicht so sein, bräuchte meine Partnerin ja sonst eine Auslandskrankenversicherung wenn sie in die Heimat fährt (haben wir davon abgesehen aber eh).


    Guter Hinweis zur Post. Haben wir schon geregelt ;-) Hier empfiehlt sich auch eine Vollmacht um sich im Zweifel auch einen Behördengang zu sparen.


    Für weitere Hinweise wäre ich dankbar!


    Viele Grüße

    avr

  • Hallo,

    natürlich gibt es Unterschiede bei der KV. Schließlich können beide Länder nicht miteinander verglichen werden. Im Falle eines Krankheitsfalles sind Behandlungen für Einheimische in der Regel kostenlos (ausgenommen KH-Aufenthalte, Medikamente, etc.). Leidet jemand z.B. unter Zahnschmerzen, so werden diese kostenlos behandelt. Dies fällt dann aber auch entsprechend genauso kostengünstig auf die Behandlung selbst zurück. Denn dann werden z.B. Zahnlücken auch schon einmal schlicht weg auszementiert. Persönlich würde ich in einen solchen Fall eine Privatpraxis bevorzugen. Diese muss dann zwar selbst gezahlt werden, aber dafür bekommst dann auch eine entsprechende Behandlung. Bezüglich der Vollmacht kann ich jedoch nur übereinstimmen. Denn im Ernstfall würde diese demjenigen eine lange An-/Abreise ersparen. Dagegen sind die Notarkosten für eine Vollmacht hingegen nur ein Bruchteil ;)


    Gruss,
    Andreas