BY-Rentenanspruch bei Auswanderung nach D

  • Guten Morgen, liebe Gemeinde!


    Beim folgendem Thema möge man mir meine evtl.e stümperhafte Vorgehens- und Erklärungsweise verzeihen - das Thema Rente ist für mich in jeder Hinsicht noch relativ unbewandert:


    Es sieht so aus, als wenn ich meine Freundin in naher Zukunft mittels Heirat zu mir nach Deutschland holen möchte. Es steht jetzt allerdings die Frage im Raum, wie es um ihren Rentenanspruch in BY aussieht. Sie sagte mir, der Anspruch würde gänzlich erlischen, sobald sie das Land verlässt.
    Kann mir das jemand bestätigen?
    Gibt es irgendwelche Kniffe, diese Streichung der Ansprüche zu umgehen und diese, wenn auch für hiesige Verhältnisse, geringe Altersrente trotzdem zu bekommen?


    Bin gespannt auf euer Feedback!
    LG, Holländer

  • @Holländer

    Zitat

    Sie sagte mir, der Anspruch würde gänzlich erlischen, sobald sie das Land verlässt.


    Selbst habe ich mich mit diesen Thema noch nicht befasst und bin diesen auch nicht weiter nachgegangen, um es auf die Richtigkeit zu überprüfen, aber so wie ich das gehört habe, ist das genau, wie Dir auch von ihr gesagt wurde, dass es keine Ansprüche auf eine Rente für Belarussische Staatsbürger im Ausland gibt. Wenn man sich aber mal unter der Homepage Ministerium für Arbeit und Soziales, den Beitrag Altersvorsorge unter Berücksichtigung internationaler Verträge (Vereinbarungen) betrachtet, gibt es dennoch einige Länder mit welchen Verträge oder Vereinbarungen getroffen wurden, in welchen es doch möglich ist. Ob Deutschland jedoch dazu gehört, habe ich so weit nicht recherchiert


    Zitat

    Gibt es irgendwelche Kniffe, diese Streichung der Ansprüche zu umgehen und diese, wenn auch für hiesige Verhältnisse, geringe Altersrente trotzdem zu bekommen?


    Sicherlich gibt es immer mal irgendwie in jenen Land eine Möglichkeit, sich mittels Rechtspfleger einen Vorteil von nicht gestopften Gesetzeslücken zu erschaffen, aber ich glaube kaum, dass wenn es z.B. festgeschrieben ist, dass Belarussische Staatsbürger keinen Anspruch auf Ihre Rente im Ausland haben werden, dass der Staat dann doch die Rente zahlen wird.


    Gruss,
    Andreas

  • Das ist mal eine prompte Antwort! Vielen dank, Andreas!


    Was die Umgehung dieser Aberkennung angeht, schwebt mir ja eine, vllt nicht ganz durchdachte, Lösung vor:


    Sie bleibt wohnhaft gemeldet in ihrer Stadt, zB. bei ihrer Schwester. Damit ist sie ja quasi noch in Belarus und bekommt ihre Rente. Allerdings könnte dabei im Wege stehen, dass sie ja nach Deutschland heiratet und dieses dem belarusischen Staat nicht verborgen bleibt....


    (Man hört immer soviel davon, dass irgendwelche Leute die Gesetze elegant umgehen und damit, meist illegal, Geld sparen. Bah! Dann sollte es doch für einen Otto-Normal-Bürger auch irgendwie möglich sein, die Altersrente, die einem ja mM. nach zusteht, zu retten!)


    Aber vllt wird dieser Beitrag ja von jemanden gelesen, der dieses Problem am eigenen Leib erfahren hat und eine evtl.e Lösung parat hat. U+1F60F

  • @Holländer

    Zitat

    Sie bleibt wohnhaft gemeldet in ihrer Stadt, zB. bei ihrer Schwester. Damit ist sie ja quasi noch in Belarus und bekommt ihre Rente.


    Das würde ich mit einen "Ja/Nein" beantworten, denn "Ja" aus dem Grunde, dass Du mit Deiner Theorie wohl Recht hast, dass wenn sie noch in Belarus offiziell gemeldet ist, dann auch dementsprechend auch weiterhin Ihre Rente erhalten wird (und sei es, dass die Schwester diese im Empfang nehmen und an Sie überweisen wird). Aber "Nein" (so wie ich mir dabei denke) aus dem Grunde, dass wenn Sie die Grenze übertritt nach Deutschland, dieses auch dort festgehalten wird und damit letztlich auch nachvollziehbar wäre, wie lange sie schon außer Lande ist. Sollte das dann dem Staat zu überhand nehmen, könnte/wird er die Rentenzahlung sicherlich einstellen. Es sei denn, dass es wirklich eine Möglichkeit geben wird, dass Belarussische Staatsbürger(innen) auch im Ausland Ihre Rente erhalten werden.


    Zitat

    Allerdings könnte dabei im Wege stehen, dass sie ja nach Deutschland heiratet und dieses dem belarusischen Staat nicht verborgen bleibt....


    Im Bezug auf das heiraten glaube ich das eher weniger, denn dass wäre in einen deutschen Standesamt und wenn dort geheiratet wird, dann wird dies wohl auch nur in Deutschland nachvollziehbar sein. Allerdings knüpft dies an den vorher genannten langen Zeitraum an, so dass Sie längere Zeit ausgereist ist, dann ggfls. die Zahlungen in Frage gestellt und u.U. dann sogar eingestellt werden könnten.


    Zitat

    Dann sollte es doch für einen Otto-Normal-Bürger auch irgendwie möglich sein, die Altersrente, die einem ja mM. nach zusteht, zu retten!


    Geb ich Dir gerne ohne wenn und aber Recht, dass Dir in einen solchen Fall natürlich die erarbeitete Rente auch zusteht - keine Frage! Aber und das große aber ist das, dass wenn auch immer einem etwas zusteht, der Staat auch immer etwas finden wird, um genau das nicht nachgehen zu müssen bzw. einen Haufenweise Steine in den Weg zu legen U+1F609


    Und zu dem was Wostok-1 schon sagte ...

    Zitat

    Natürlich kannst du das von dir beschriebene Konstrukt versuchen. Die Frage ist allerdings, ob die doch überschaubare Rentenhöhe die möglichen Komplikationen mit den weißrussischen und/oder deutschen Steuerbehörden wert ist


    ... dazu kann ich nur sagen, dass dies sicherlich auch ein Ausschlag gebendes Argument ist! Ich wüsste jetzt nur ein Beispiel einer Nachbarin, welche gerade mal knapp 400 Rubel (etwa 180 €) an Rente bekommt und so nur von diesem Satz ausgehen und urteilen kann, aber ob mir diese 180 € der Stress dann Wert wäre, würde ich arg bezweifeln. Denn letztlich wäre es sicherlich auch möglich, dass sie von Deutschen Behörden einen Mindestsatz (im etwaigen Vergleich wie HARTZ4) bekommen könnte, der dann wiederum sicherlich höher ausfallen würde, als die eigentliche Rente aus Belarus. Das obliegt aber auch sicherlich anderen Faktoren, wie u.a. das Einkommen oder Rente des Ehegatten, etc.


    Gruss,
    Andreas