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Schloss Mir

Das zwischen 1506 und 1510 von Herzog Jury Ilinich an der Stelle eines von Tartaren niedergebrannten hölzernen Feudalschlosses errichtete Schloss liegt in der Kleinstadt Mir. Im Laufe seines Bestehens wurde das Schloss mehrfach in den Wirren des Krieges unter anderen durch Kosaken, Schweden und Russen geplündert; wechselte seine Eigentümer und damit auch seine baukünstlerische Gestalt.

 In dem Schloss sind die verschiedenen architektonischen Züge der Baustile Steingotik, Renaissance und Barock erkennbar. Fünf Backsteintürme prägen das Bild der Festungsanlage, die einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 75 Metern hat. Die Schutzmauer ist knapp 13 Meter hoch und 3 Meter dick. Das Schloss ist von einer Parkanlage umgeben, in der sich auch eine kleine Kapelle aus roten Ziegeln von Swiatopolk-Mirski befindet.

Mehrere Familien haben das Schloss Mir besessen. Nach Aussterben des Geschlechts der Ilichinen ging das Schloss 1568 an Mikolaj Christoph "das Waisenkind" Radziwiłł, und 1813 nach seinem Tod an seine Tochter Stefania, die Ludwig zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg heiratete, über. Danach ging das Schloss an die Tochter Maria über, welche Prinz Chlodwig Hohenlohe-Schillingsfürst heiratete. 1895 wurde das Schloss dann an Nikolai Swiatopolk-Mirski verkauft, der mit der Rekonstruktion des Schlosses begann.

Während des 2. Weltkrieges wurde das Schloss von den Deutschen besetzt und für die jüdische Bevölkerung vor deren Ermordung als Ghetto missbraucht. Seit 1980 werden Rekonstruktionsarbeiten durchgeführt.

Das Schloss Mir (weißrussisch Мірскі замак, russ. Мирский замок) zählt seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.