Skurril: Eine Bahnfahrt mit einem unverschämten Mädchen

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Ich fahre nicht so oft mit dem Zug, aber diese Geschichte wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Solche arroganten Mitreisenden wie Nadezhda müssen noch gesucht werden. Damit ich meine Stimme gegenüber einem Mädchen erheben könnte, müsste ich schon sehr wütend sein – und dies ist ihr in der Tat gelungen.


Wir waren zu zweit in einem Abteil: Ein ständig schlafender Mann und ich. Wir nahmen beide auf den unteren Sitzbänken platz. An einem kleineren Bahnhof verließe ich kurz den Zug, um für eine Tasse Tee noch ein Stück Kuchen zu kaufen. Da die Haltezeit mit nur 15 Minuten sehr knapp war, musste ich mich entsprechend beeilen. Doch bei meiner Rückkehr im Zug erlebte ich eine böse Überraschung.


Auf meinem Sitzplatz saß nun ein Mädchen am Fenster mit meinem Telefon. Ja, es war nicht klug und ich habe nicht darüber nachgedacht und das Telefon auf einem Tisch liegen gelassen. Da ich kein Passwort verwende, konnte damit jeder recht einfach auf meine Anwendungen zugreifen. Das Merkwürdigste war jedoch, dass das Mädchen wirklich seltsam gekleidet war. Eine unverständliche kurze und enge Shorts und ein kurzes Bauchfreies T-Shirt. Normalerweise würde man so nur zu Hause herum laufen, aber definitiv nicht in einem Zug.


Ich bat das Mädchen freundlich darum von meinem Platz aufzustehen und mir mein Telefon zurückzugeben. Doch sie hat auf meine Anfrage nicht reagiert. Als ich daraufhin auf sie zugegangen bin und ihr mein Telefon abnehmen wollte fing das verrückte Mädchen an zu schreien und fuchtelte mit ihren Händen und meinem Telefon in der Hand in der Luft herum.


Es blieb mir keine andere Wahl als die Schaffnerin zu rufen und ihr die Situation zu erklären. Doch auch in der Anwesenheit der Schaffnerin hörten die Schreie des Mädchens nicht auf. Zumindest konnte ich der Schaffnerin beweisen, dass es sich um meinen Telefon handelt. Einige nervöse Minuten vergangen bis ich mit einem Schrei auf das Mädchen reagierte: "Komm schon, nimm es. Es ist ohnehin nichts darauf zu sehen". Dann gab das Mädchen schließlich nach und gab mir mein Telefon wieder zurück und die Schaffnerin verließ leise aber fluchend wieder das Abteil.


Dann stellte sich das Mädchen plötzlich vor: "Mein Name ist Nadezhda". Daraufhin antwortete ich ihr kurz und bündig: "Ist mir egal". Doch sie ließ nicht locker. "Ich will nicht auf der oberen Sitzbank fahren. Lass uns die Plätze tauschen. Ich mag deinen Platz" schlug sie mir vor. Von solch einer Frechheit war ich völlig verblüfft, denn schließlich bezahlte ich für diesen Sitzplatz. Auch hatte ich nicht mehr die Kraft, mit ihr weiterhin zu streiten. So nahm ich das Wechselgeld, welches vom Bahnhof übrig geblieben ist aus meiner Tasche und sagte ihr: "Ich muss in 6 Stunden aussteigen. Nimm das Geld und verschwinde von meinem Platz. Wenn ich gehe, kannst du den Sitzplatz nehmen". Sie lächelte, nahm das Geld und legte sich auf ihre Sitzbank.


Zum guten Ende dachte ich mir, dass ist kein Glück für jemanden, als ich an meinem Bahnhof aus dem Zug stieg.



Was haltet ihr von der Geschichte und wie sind eure Erfahrungen bei einer Zugfahrt gewesen?

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    Comments 2

    • Ich kenne solche Mädchen. Meine Freundin hat leider zwei davon... 🙄😉

      • Persönlich habe ich bisher immer nur gute Erfahrungen mit Zugreisen gemacht. Gleichermaßen ob Kurz- oder Langstrecke finden sich beinahe bei jeder Reise Gesprächspartner mit welchen man sich gut unterhalten und die Fahrtzeit damit verkürzen kann und dies u.a. auch gleichermaßen ob Tag- oder Nachtfahrt. Einzig allein, welches mir ein Phänomen nahe kommt ist, dass dies mehr in Passagierzügen als in den E-Zügen oder der Buisness-Klasse vorkommt.


        Aber solch eine Situation wie in diesem Fall ist mir direkt in meinen ganzen Jahren hier in Belarus noch nicht vorgekommen. Lediglich mussten meine Frau und ich uns einmal eine solch gehässige wie z.B. in diesen Artikel anhören wie sie am späten Abend (etwa 22Uhr) laut am telefonieren und dabei mit dem russ. Mat am fluchen war, was selbst den eingesessenen Russen erschrecken würde. Das schlimme daran war, dass noch Eltern mit Kindern im Wagon waren. Aber solche Menschen gibts natürlich auch und am besten ist, diese einfach zu ignorieren, auch wenn man selbst den Schaffner hätte rufen wollen.


        Gruss,
        Andreas