Nach Tschernobyl erweckten Belarussen die betroffenen Gebiete

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"Die Katastrophe von Tschernobyl hat das Leben von Millionen verändert. Das war eine nationale, ökologische, wirtschaftliche und soziale Tragödie für das belarussische Volk", so der belarussische Staatschef.


Mehr als 30% der radioaktiven Niederschläge gingen im Jahre 1986 auf Belarus nieder. Etwa ein viertel aller Wälder, mehr als 100 Rohstoffvorkommen, 265.000 Hektar fruchtbare Böden und 340 Industriegelände wurden dabei kontaminiert. Die Folgen der Katastrophe für die menschliche Gesundheit sind bis heute kaum einschätzbar.


"Wir sahen uns zum ersten Mal mit dem schrecklichen Begriff Sperrzone konfrontiert. Auf einmal war alles verboten – kein Saat, keine Ernte, keine Beeren und Pilze. Die Waldfrüchte waren vergiftet. Man durfte weder angeln noch im Fluss schwimmen. Die Dörfer stellten ein großes Risiko für das Leben und die Gesundheit dar. In friedlichen Zeiten haben wir gespürt, wie es ist, wenn man seine Heimat verliert", so Alexander Lukaschenko. "Fast 500 Siedlungen verschwanden von der Landkarte, für mehr als 300 000 Menschen gab es kein eigenes Haus mehr", fügte er hinzu.


Es gab in Belarus nie das vorhaben, betroffene Gebiete gänzlich zu versperren oder abzuriegeln. Gegensätzlich haben Belarussen den Wunsch vereint auch diese Regionen am Leben zu erhalten. Die Menschen seien nur stärker geworden. "Wir haben uns daran erinnert, was uns unsere Väter und Großväter gelehrt haben: Nie aufgeben und nie auf Knien zu stehen!" so der belarussische Staatschef.


5 Tschernobyl-Programme sind derweil umgesetzt worden. "Wir haben Wiesen und Felder zum Leben erweckt, Städte und Dörfer in Ordnung gebracht, moderne Infrastruktur errichtet – auf diese Weise konnten wir die kontaminierte Fläche Hektar um Hektar zurück erobern. Heute sinkt die Zahl jener Orte, wo die erlaubte radioaktive Strahlung die Grenzwerte überschreitet. Aber was viel wichtiger ist: Wir produzieren wieder Lebensmittel, die man essen darf. Hier wohnen die Menschen, hier werden Familien gegründet und Kinder geboren“, so der Präsident.


Vieles wurde in der Region Polesje getan, damit die Normalität wieder einkehren würde. Jedoch stellt der Staat noch mehr Aufgaben für die Entwicklung dieser Region. A.Lukaschenko ist überzeugt davon, dass diese Aufgaben gelöst werden können, wie die Nachrichtenagentur BelTA berichtete. "Wir wollen aber auch, dass die Spuren der technogenen Katastrophe der Vergangenheit angehören. Wir werden die Heldentat der Liquidatoren nie vergessen", resümierte A.Lukaschenko.