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EU-Urheberrechtsreform: Was bedeutet die Reform für belarusinfo?

  • MH
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3 Wochen 5 Tage her - 3 Wochen 5 Tage her #5867 von MH
Mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass die EU-Urheberrechtsreform immer wahrscheinlicher wird. Die Reform war 2016 vom damaligen EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger (CDU) vorgeschlagen worden. Zur EU-Urheberrechtsreform ist in diversen Medien schon genug geschrieben worden, so dass wir auf Einzelheiten verzichten. Aber worum geht es im Detail:

Nach der neuen EU-Urheberrechtsreform muss jeder Webseitenbetreiber sicher stellen, dass keinerlei Urheberrechtsverstöße durch seine Nutzer zu Stande kommen. Bisher mussten die Webseitenbetreiber erst tätig werden, wenn sie auf einen Urheberrechtsverstoß hingewiesen wurden. Daraus ergeben sich für uns Risiken, für nun alle eventuellen Urheberrechtsverstöße unserer Nutzer unmittelbar haftbar gemacht zu werden.

Die EU-Urheberrechtsreform sieht im Prinzip vor, dass alle profitorientierten Plattformen einen Uploadfilter installieren müssen, es sei denn, sie erfüllen alle drei der folgenden extrem engen Kriterien:

1. Die Plattform ist jünger als 3 Jahre alt
2. Der Jahresumsatz beträgt weniger als 10 Millionen Euro
3. Die Plattform hat weniger als 5 Millionen Nutzer pro Monat

Zwar ist belarusinfo nicht profitorientiert, aber trotzdem wegen der Einbindung von Werbebannern betroffen. Auch ist belarusinfo älter als drei Jahre. Darüber hinaus müssten selbst die kleinsten Internetseiten, die alle drei Kriterien erfüllen, beweisen, dass sie „größte Bemühungen“ unternommen haben, um von Rechteinhaber wie Zeitungs- und Buchverlage, Bildagenturen und so weiter Lizenzen einzuholen. Auch müssten Internetseiten eine Lizenz erwerben, wenn sie künftig mehr als einzelne Worte oder sehr kurze Textausschnitte teilen oder verlinken wollen. Die Überschrift oder der Anreißertext ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr ohne Lizenz verwendbar. Es ist schlicht nicht möglich, diese Vorgaben zu erfüllen.

Wir werden nicht in Panik verfallen und erst einmal weiteres abwarten. Fakt ist aber, sollte dieses Gesetz wahr werden, wird es nicht nur belarusinfo sondern das ganze Internet, wie wir es kennen, grundlegend verändern.

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Letzte Änderung: 3 Wochen 5 Tage her von MH.

 

  • Belarus.Andreas
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3 Wochen 4 Tage her - 3 Wochen 4 Tage her #5868 von Belarus.Andreas
Angefangen am 29. Oktober 1969 als so bezeichnetes Arpanet und der kommerzialisierung Anfang der 90er Jahre (insbesondere 1993 durch die Veröffentlichung des ersten grafischen Browsers " Mosaic ") gab es seit eh und je bereits immer wieder Änderungen was dem Internet anbelangt. Seit Zeiten der EU wurde dieses jedoch eher schlechter als rechter und so folgten mehr und mehr Gesetzesänderungen und dies immer zu Lasten Seitens der Internetbetreiber, aber auch der Benutzer. Ein gute Beispiel dazu wäre u.a. die letzte Gesetzesänderung im Bezug der "Cookie Richtlinien", welches Seitenbetreiber dazu auffordert, den Seitenbesuchern mit lästigen Cookie Hinweisen bzw. Einblendungen, eher zu belästigen als alles andere. Und jetzt mit großen Dank (Achtung: Ironie!) an Axel Voss und Sven Schulze der "Upload Filter". Sollte es und es sieht wirklich danach aus das dieser kommen wird, wäre das Internet zwar nicht in Existenz-Gefahr, jedoch aber würde ein solche Gesetzgebung das Internet verändern - für Seitenbetreiber als auch den Nutzern. Diesbezgl. gab es bereits schon mehrere Demonstrationen und nun wird mit letzter Kraft versucht das kommende Gesetz durch eine Petition abzuwenden. Aber ob dieses gelingen wird, steht in den Sternen und somit (um es mit den Sternen in Verbindung zu bringen): Möge das Internet mit uns sein U+1F609

Persönlich, abseits dessen mich an der Petition beteidigt zu haben, sehe ich jedoch keinen Grund zur Aufregung bzw. in Panik zu fallen. Sicherlich würde es, insofern es zu dieser Gesetzesänderung tatsächlich kommen wird, auch Änderungen hier auf Belarusinfo geben (müssen), aber die Existenz von Belarusinfo sehe ich nicht in Gefahr. Natürlich würde ein jener Belarusinfo Benutzer, nach in Kraft treten des "Upload Filters", dieses bemerken in dem dies auf Belarusinfo entsprechend des neuen Gesetzes angepasst würde, aber Existenzbedrohung für Belarusinfo besteht jedoch nicht mit einen solchen Gesetz. Dies auch dann, wenn einige Funktionen, Informationen, etc. es so in der Art nicht mehr geben wird/würde. Aber warten wir den Gesetzesentschluss erst einmal ab, denn noch ist nichts entschieden und auch ein "Upload Filter" kann noch immer abgewiesen werden U+1F609

Stöbert man durch das Internet, findet man bereits viele, und z.T. auch sehr lustige, Memes zum Upload-Filter, wie zum Beispiel auf Netzpolitik.org auf welchen selbst solche Memes unter die Gürtellinie gehen. Entsprechend dessen wurde das Bild hier nicht direkt verlinkt, denn solch Schweinkram brauchen wir hier nicht und möchte damit auch alle Mitleser und Mitglieder darum bitten, solches hier nicht zu posten - Danke! Welches aber sehr wohl zutreffend ist und auch gepostet werden kann/darf:

Na dann behaltet die Augen wo sie sein sollten U+1F609 U+1F602

Gruss,
Andreas
Letzte Änderung: 3 Wochen 4 Tage her von Belarus.Andreas.