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Doppelte Staatsangehörigkeit - Einreise - weißr. Pass

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4 Jahre 5 Monate her #2888 von MiMo
Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich weiterhin hier lesen und nur im "anderen" Forum schreiben - aber bei dem Durcheinander melde ich mich jetzt doch zu Wort. Eigentlich hat MrRossi mit seinem Beitrag die AKTUELLE Situation korrekt und - wie ich finde - absolut verständlich beschrieben:

MrRossi schrieb: Also erstmal hat die Botschaft Recht.
Wenn Deine Mutter bei der Geburt Weißrussin war, bist Du auch Weißrusse.
Wenn Dein Vater zu dem Zeitpunkt Deutscher war, hast Du jetzt zwei Staatsbürgerschaften.
Du musst Dich mit 18 auch gar nicht für eine von denen entscheiden, sondern, wenn Du beide Staatsbürgerschaften per Abstammung erworben hast, bist Du Doppelstaatler auf ewig - wenn Du möchtest.
l


ABER @Gerbel ist 16 Jahre alt und mithin VOR 2002 geboren. @mikael321 hat schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass Weißrussland sein Staatsangehörigkeitsrecht 2002 grundlegend geändert hat. Ich kopiere hier einmal den entscheidenden Passus seines damaligen Postings hinein:

"Belarus und Deutschland , haben beide das Abstammungsprinzip . D.h. wenn einer der beiden Elternteile bei der Geburt Staatsbürger von Belarus oder Deutschland war, wird die Staatsbürgerschaft durch Geburt erworben. Sie kann im Regelfall auch nie verloren gehen. Sie muss auch nie abgegeben werden. Also das Kind eines Deutschen und eines Belarussen ist automatisch bei der Geburt schon mindestens Doppelstaatler. ( Belarus erst nach 2002 ) [...]
Bei den Russen zb. ist es so ( war auch bei den Belarusssen bis 2002 so ): Bekommt das Kind die Russische Staatsbürgerschaft, wenn beide Eltern Russen sind. Oder wenn 1 Elternteil Russe ist, und das Kind in Russland geboren wird. D.h. also bei den Kindern binationaler Russischer Ehen, die ein Kind in D. beommen, wird das Kind nicht automatisch Russischer Staatsbürger."

Der letzte Satz ist entscheidend: Deutscher und Weißrussin bekommen in Deutschland ein Kind
- vor 2002: Kind hat nur deutsche Staatsangehörigkeit
- nach 2002 (so wie auch bei unserem Sohn): Kind hat "auf ewig" beide Staatsangehörigkeiten.

Da @Gerbel zu seinem Geburtsort nichts geschrieben hat, kann man zumindest nicht ausschließen, dass er KEIN Weißrusse ist, die Visa-Erteilung bislang korrekt erfolgte und sich die Botschaft in DIESEM Jahr geirrt hat. Denn die Informationen von mikael321 zu Fragen des Staatsangehörigkeitsrechtes haben sich eigentlich immer als wasserdicht erwiesen.
Wenn Sie, @Gerbel, also in Deutschland geboren wurden, würde ich zunächst nochmals in Berlin nachfragen und auf die Geburt VOR 2002 hinweisen - vielleicht hat sich das Thema dann schon erledigt.

Liegt Ihr Geburtsort in Weißrussland, sind Sie tatsächlich Weißrusse - aber dann hätten Ihre Eltern die Geburt in Deutschland ja nachbeurkunden lassen müssen, und davon würden Sie sicher wissen.

(Eine weitere Möglichkeit ist natürlich noch, dass das neue Staatsangehörigkeitsrecht so abgefasst wurde, dass auch alle vor dem Inkrafttreten des Gesetzes im Ausland geborenen Kinder einer Weißrussin quasi "nachträglich eingebürgert" wurden. Aber das kann ich mir nur schwer vorstellen.)
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4 Jahre 5 Monate her #2889 von gerbel
Erstmals: Vielen Dank für alle präzisen Antworten, das macht mir Mut! Bin froh, auf so ein tolles Forum gestoßen zu sein. U+1F60A
Ja, ich würde in Deutschland, BaWü, geboren.
Eine Mitarbeiterin der weißr. Botschaft in Berlin verwieß meine Mutter am Telefon auf das Staatsangehörigkeitsgesetz von 2002, und bot ihr an, alle Unterlagen bezüglich meiner Geburt inkl. Ausweise der Eltern usw. an die Botschaft zu schicken. Dann wird eine sog. ''Klärung der Staatsbürgerschaft'' durchgeführt. Wie das ablaufen soll - keine Ahnung. Falls das Gesetz für alle Kinder mit dem Geburtsjahrgang ab 2002 gelten soll, wundere ich mich, dass ich da ''hineingezogen'' werde. Aus meinen Unterlagen ist mein Geburtsdatum ja eindeutig zu entnehmen.
Meine Mutter zeigte sich am Telefon ziemlich schockiert, da ich schon so oft nach Belarus eingereist sei und erst jetzt taucht diese zweite Staatsbürgerschaft auf. Die Mitarbeiterin antwortete, letztes Jahr sei ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass irgendeine Verschärfung vorsieht, für was - wieder keine Ahnung. U+1F615
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4 Jahre 5 Monate her #2890 von MH

gerbel schrieb: Die Mitarbeiterin antwortete, letztes Jahr sei ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass irgendeine Verschärfung vorsieht, für was - wieder keine Ahnung. U+1F615


Das macht es manchmal so schwer, den Durchblick zu behalten. U+1F609

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass sich alles schnell klärt und ihr ohne Probleme nach Belarus reisen könnt, und dort eine schöne Zeit habt! Würde uns freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hältst.
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4 Jahre 5 Monate her #2892 von MiMo

gerbel schrieb: Ja, ich würde in Deutschland, BaWü, geboren.
[...] Dann wird eine sog. ''Klärung der Staatsbürgerschaft'' durchgeführt. Wie das ablaufen soll - keine Ahnung. [...] Die Mitarbeiterin antwortete, letztes Jahr sei ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass irgendeine Verschärfung vorsieht, für was - wieder keine Ahnung.


Nun, wenn eine "Klärung der Staatsbürgerschaft" durchgeführt werden muss, ist die Sachlage offensichtlich nicht so eindeutig, wie man Ihnen zunächst gesagt hat. Bedeutet aber auch: Eine solche Klärung benötigt Zeit - gut, dass dieses Problem schon hier und nicht erst in Weißrussland aufgetaucht ist. Ich bezweifle, dass diese Klärung mit anschließender Passausstellung in zwei Wochen erledigt ist.

Zur generellen Problematik des "Rückkehrausweises" empfehle ich dieses Info der deutschen Botschaft Minsk
www.minsk.diplo.de/contentblob/4193142/D...r_deu_by_kind_de.pdf
(gibt natürlich die aktuelle Situation und nicht die Regelung von vor 2002 wieder)
und vielleicht fragen Sie dort auch mal nach der angeblichen "Gesetzesverschärfung". Die Botschaft hat damit ja vielleicht schon Erfahrung gemacht.
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4 Jahre 5 Monate her #2895 von MrRossi
Danke MiMo für den Hinweis der Gesetzesänderung 2002.

Habe mal ein wenig gegoogelt und nun folgendes gefunden, was das wieder ein wenig relativiert und für Gerbel vielleicht noch komplizierter macht:

Wenn das Kind vor August 2002 geboren wurde, ist er ein Bürger der Republik Belarus, wenn zum Zeitpunkt seiner Geburt:
· Einer seiner Eltern ein Bürger der Republik Belarus war und das Kind auf dem Territorium der Republik Belarus geboren wurde
· Mindestens ein Elternteil ein Bürger der Republik Belarus war mit ständigem Wohnsitz in Belarus, aber das Kind im Ausland geboren wurde
· Eltern waren Bürger der Republik Belarus, unabhängig vom Ort der Geburt.

---

Если ребенок родился до августа 2002 года, то он является гражданином РБ если на момент его рождения:
· один из его родителей состоял в гражданстве РБ и ребенок родился на территории РБ;
· хотя бы один из его родителей состоял в гражданстве РБ и постоянно проживал в РБ, но ребенок родился за границей;
· родители состояли в гражданстве Республики Беларусь, независимо от места рождения ребенка.


www.volozhin.gov.by/ru/grazhdanstvo-respubliki-belarus


Was dann heißt, wenn die Mutter von Gerbel bei der Geburt noch offiziell in Belarus gemeldet war, ist der Ort der Geburt egal, und Gerbel ist Weißrusse....

Viel Spaß beim Nachforschen ob die Mutter damals schon einen PP-Pass hatte (wenns den damals schon gab?).
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4 Jahre 5 Monate her - 4 Jahre 5 Monate her #2896 von MrRossi

MiMo schrieb: Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich weiterhin hier lesen


PS: Herzlich Willkommen natürlich auch für Dich!


und vielleicht fragen Sie dort auch mal nach der angeblichen "Gesetzesverschärfung"

Ich vermute mal, die meinen damit das sogenannte "Schmarotzer"-Gesetz.
Wonach nun weißrussische Bürger ohne offizielles Einkommen, aber auch ohne als arbeitslos registriert zu sein, eine Strafe zahlen müssen (irgendwas um die 2-3Millionen pro Jahr?).
Das betrifft natürlich auch die Weißrussen die im Ausland leben, aber keinen PP-Pass haben.
Vielleicht wird in diesem Zusammenhang von den Botschaften nun mehr bzw. genauer kontrolliert.
Ist aber nur eine Annahme von mir...
Letzte Änderung: 4 Jahre 5 Monate her von MrRossi.
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4 Jahre 5 Monate her #2898 von Durana

gerbel schrieb: Eine Mitarbeiterin der weißr. Botschaft in Berlin verwieß meine Mutter am Telefon auf das Staatsangehörigkeitsgesetz von 2002, und bot ihr an, alle Unterlagen bezüglich meiner Geburt inkl. Ausweise der Eltern usw. an die Botschaft zu schicken. Dann wird eine sog. ''Klärung der Staatsbürgerschaft'' durchgeführt. Wie das ablaufen soll - keine Ahnung. Falls das Gesetz für alle Kinder mit dem Geburtsjahrgang ab 2002 gelten soll, wundere ich mich, dass ich da ''hineingezogen'' werde. Aus meinen Unterlagen ist mein Geburtsdatum ja eindeutig zu entnehmen.


Als es um die Anmeldung bei der belarussischen Botschaft für meinen Stiefsohn ging (PP Pass), habe wir uns auch zuerst an die Botschaft in Berlin gewandt. Die haben alles unheimlich kompliziert gemacht (Meldebescheinigung mit Apostille, alle Unterlagen mit Übersetzung ins russische). In einem Forum wurde meiner Frau dann geraten, sich an das Konsulat in München zu wenden. Und siehe da, alles war unkompliziert. Keine Apostille und keine Übersetzung.
Vielleicht sprecht ihr mal mit den Münchnern.
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4 Jahre 5 Monate her #2899 von gerbel
Moment, verstehe ich das richtig? Ihr seid nicht erst nach Belarus gereist, habt dort einen Pass machen lassen und schließlich in Deutschland zum PP-Pass umgetauscht, sondern den PP-Pass in Deutschland direkt beantragt?
Das wäre ja nicht schlecht, nicht extra wegen einem Passantrag nach Belarus reisen zu müssen!

 

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4 Jahre 5 Monate her #2900 von gerbel
Es gibt wieder ein paar Neuigkeiten U+1F601
Heute telefonierte meine Mutter mit dem Konsular der Botschaft in Berlin. Dieser meinte, er hat alle Papiere bezüglich der Klärung der Staatsbürgerschaft gesehen, von seiner Seite aus gibt es keine Fragen.
Doch er meinte, er befände sich in einer Zwickmühle - jahrelang wurden mir trotz meiner weißr. Staatsbürgerschaft Visa ausgestellt, scheinbar ist seinen MitarbeiterInnen diesbezüglich ein Fehler unterlaufen. Er sagte, er ist sich unsicher, wie er handeln soll, mir einfach weiterhin ein Visa geben? Dann kam er auf das Gesetz, dass auch schon MrRossi hier veröffentlicht hat, zu sprechen und meinte, er muss im Sinne des Gesetzes handeln. Nun möchte er sich mit dem entsprechenden weißrussischen Mininsterium in Verbindung setzen und dessen Mitarbeiter um Rat bitten.
Zum Schluss erhielt meine Mutter noch seine Handy-Nr., unter der sie sich am Montag nochmal melden soll.
Es bleibt spannend U+1F648

 

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4 Jahre 5 Monate her #2901 von MrRossi

Durana schrieb: Als es um die Anmeldung bei der belarussischen Botschaft für meinen Stiefsohn ging (PP Pass)


Aber ich nehme mal an, daß Dein Stiefsohn bereits einen eigenen normalen weißrussischen Pass hatte, oder er mittels entsprechendem Stempel im (weißrussischem) Pass der Mutter vermerkt war?

 

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4 Jahre 5 Monate her #2902 von Durana

MrRossi schrieb:

Durana schrieb: Als es um die Anmeldung bei der belarussischen Botschaft für meinen Stiefsohn ging (PP Pass)


Aber ich nehme mal an, daß Dein Stiefsohn bereits einen eigenen normalen weißrussischen Pass hatte, oder er mittels entsprechendem Stempel im (weißrussischem) Pass der Mutter vermerkt war?


Ja, er war 15 als er nach hier kam. Den PP Pass haben wir in Belarus gemacht. Bei unserem Besuch 2013 wurde er beantragt (erforderliche Papiere aus D hatten wir mitgebracht und den Rest in Belarus). Die Bearbeitungszeit lag bei ca. 6 Wochen. 2014 haben wir den Pass dann abgeholt (er kann bis zu 1 Jahr auf der Behörde liegen bleiben).
Wie schon gesagt, Anmeldung hier erfolgte dann in München. Die waren lockerer drauf als die Berliner.

 

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4 Jahre 5 Monate her #2903 von Durana

gerbel schrieb: Es gibt wieder ein paar Neuigkeiten U+1F601
Heute telefonierte meine Mutter mit dem Konsular der Botschaft in Berlin. Dieser meinte, er hat alle Papiere bezüglich der Klärung der Staatsbürgerschaft gesehen, von seiner Seite aus gibt es keine Fragen.
Doch er meinte, er befände sich in einer Zwickmühle - jahrelang wurden mir trotz meiner weißr. Staatsbürgerschaft Visa ausgestellt, scheinbar ist seinen MitarbeiterInnen diesbezüglich ein Fehler unterlaufen. Er sagte, er ist sich unsicher, wie er handeln soll, mir einfach weiterhin ein Visa geben? Dann kam er auf das Gesetz, dass auch schon MrRossi hier veröffentlicht hat, zu sprechen und meinte, er muss im Sinne des Gesetzes handeln. Nun möchte er sich mit dem entsprechenden weißrussischen Mininsterium in Verbindung setzen und dessen Mitarbeiter um Rat bitten.
Zum Schluss erhielt meine Mutter noch seine Handy-Nr., unter der sie sich am Montag nochmal melden soll.
Es bleibt spannend U+1F648


Das er ihr seine Handynummer gegeben hat klingt doch schon mal gut. Wünsche dir das sie eine Lösung finden U+1F604