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Ist eine dopplete Staatsbürgerschaft möglich?

  • Martin
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2 Jahre 2 Monate her - 2 Jahre 2 Monate her #4859 von Martin
Ich bin seit 5 Jahren mit einer Weissrussin verheiratet. Wir prüfen nun, ob sie die Schweizer Staatsbürgerschaft annehemn soll. Kann mir jemand sagen, ob es von Weissrussland her möglich ist, Doppelbürger zu sein? Vom schweizerischen Recht her ist es kein Problem.

Herzlichen Dank
Letzte Änderung: 2 Jahre 2 Monate her von Martin.

 

  • MH
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2 Jahre 2 Monate her #4862 von MH
Meines Wissens ist eine doppelte Staatsbürgerschaft nicht möglich.

 

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2 Jahre 2 Monate her #4863 von MrRossi
Teils Teils... (meines Wissens)

Als Ausländer kann man die weißrussische Staatsbürgerschaft nur annehmen, wenn man die vorherige Staatsbürgerschaft aufgibt.

Andersherum geht das aber sehr wohl.
D.h. als Weißrusse(in) kann man eine weitere Staatsbürgerschaft erwerben ohne die Weißrussische zu verlieren.
Es gibt kein Gesetz in Belarus, welches das verbietet.
Siehe u.a. hier: emigrant.guru/kak/grazhdanstvo/dvoynoe-g...ost-polucheniya.html
(bzw. lass Deine Frau einfach selber googeln - da findet sie genug Hinweise darauf)

Allerdings gilt die ausländische Staatsbürgerschaft in Belarus gar nichts.
Dort wird man als reiner Weißrusse behandelt mit allen Rechten und Pflichten (bzgl. evtl. Steuern, Militärdienst etc.)

Gruß
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  • MH
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2 Jahre 2 Monate her #4864 von MH
Mhhh, unsere Tochter muss sich bis zum 18 Lebensjahr für eine Staatsbürgschaft entscheiden, das gilt sowohl von deutscher sowie von weißrussischer Seite aus. Am besten ist wirklich, dass ihr euch einmal bei der weißrussischen Botschaft erkundigt.

 

  • MrRossi
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2 Jahre 2 Monate her - 2 Jahre 2 Monate her #4865 von MrRossi

MH schrieb: muss sich bis zum 18 Lebensjahr für eine Staatsbürgschaft entscheiden, das gilt sowohl von deutscher

Nein - das weiß ich zu 100% - Dieses Optionsmodell gilt auf deutscher Seite nicht für Kinder die durch "Blut"/Abstammung Deutsch geworden sind:

Die Optionspflicht gilt nicht für Kinder, die nach dem Abstammungsprinzip mit der Geburt mehrere Staatsangehörigkeiten erworben haben, weil ihre Eltern unterschiedliche (die deutsche und eine oder mehrere ausländische) Staatsangehörigkeiten hatten.

<L-ink>

Das Optionsmodell gilt nur für die Kinder von Ausländern, die selbst - wodurch auch immer - im späteren Leben in Deutschland eingebürgert wurden.

-

Auf weißrussischer Seite muß sich das Kind entscheiden - richtig.
Es entscheidet sich dann z.B. für die weißrussische Staatsbürgerschaft (aus Sicht der weißrussischen Behörden) - ohne aber die deutsche aufgeben zu müssen.
Die Deutsche Staatsbürgerschaft (oder irgendeine andere) interessiert die weißrussischen Behörden dann gar nicht.
Das Kind ist dann aus weißrussischer Sicht weißrussisch.
D.h. im Resultat tut sich am Status "ein Kind - zwei Pässe" gar nichts.

Im weißrussischen Recht gilt wohl eine Unterscheidung zwischen "Doppelter" Staatsbürgerschaft und zwei- bzw. mehrfacher Staatsbürgerschaft.
Bei ersterem gibt es vertragliche Regelungen zwischen den beiden Ländern bzgl der doppelten Staatsbürgerschaft. (z.B. über den Militärdienst).
Beim anderen Nicht.

Soweit meine Info - und natürlich ohne Gewähr :)
Letzte Änderung: 2 Jahre 2 Monate her von MrRossi.
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  • MH
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2 Jahre 2 Monate her - 2 Jahre 2 Monate her #4866 von MH
Mit der deutschen Optionspflicht hast du Recht, denn die Optionspflicht ist 2014 neu geregelt geworden (ist an mir vorbeigegangen). Wie es aber davor geregelt war, bin ich mir jetzt unsicher. Ich meine aber, dass auch Kinder mit einem deutschen und einem ausländischen Elternteil der Optionspflicht unterlagen..

Auf weißrussischer Seite kann ich mich nur darauf beziehen, was uns die Behörden in Belarus mitgeteilt haben. Demnach muss sich unsere Tochter mit dem 18. Lebensjahr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Laut Behörde (Stand 2008) muss sie dann auch die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen, wenn sie sich für die weißrussische Staatsbürgerschaft entscheidet. Ob die dann aber tatsächlich darauf achten, ob noch eine weitere Staatsbürgerschaft besteht oder nicht, weiß ich letztendlich nicht. Da bist du näher dran. U+1F609
Letzte Änderung: 2 Jahre 2 Monate her von MH.

 

  • MiMo
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2 Jahre 2 Monate her #4867 von MiMo
In folgender Konstellation ist die Rechtslage eindeutig:
Mutter Weißrussin
Vater Deutscher
Kind in Deutschland geboren
Ergebnis: Kind hat mit Geburt beide Staatsbürgerschaften erworben und kann diese - wenn gewünscht - unbegrenzt behalten.
(Mit anderen Konstellationen habe ich mich nicht beschäftigt)

 

  • Haba
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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #4870 von Haba
Richtig, das Kind muss sich nur in Deutschland entscheiden, wie es gilt. Als Deutsch oder als Weißrussisch. Ob es den weißrussischen Pass behält, wenn es noch einen eingetragenen Wohnsitz in Weißrussland hat, muss man den deutschen Behörden ja nicht mitteilen und so kann das Kind den weißrussischen Pass behalten. Muss dann allerdings immer nach Weißrussland, wenn es um Passangelegenheiten geht, wie jetzt auch schon.
Geht also wohl nicht mit dem PP-Pass, wo das Konsulat für zuständig ist.
Ich kann mich auch irren, aber so kann es mit 2 Pässen funktionieren.
Bedingung: Vater Deutsch, Mutter Weißrussisch, Kind in Deutschland geboren und ein eingetragener Wohnsitz in BY im BY-Pass.
Ein minderjähriges Kind, wo die Mutter die weißrussische Staatsangehörigkeit hat, in z.B. Deutschland geboren ist, hat automatisch auch die weißrussische Staatsangehörigkeit und erhält kein Visum für BY, sondern muss bei der BY-Botschaft ein Einreisedokument beantragen, womit es einmalig in BY einreisen kann um dort einen BY-Pass zu erhalten.
Bis es bei uns so weit ist, dauert es aber noch viele Jahre. Bis dahin kann noch ganz viel passieren....
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  • Marco
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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #4873 von Marco
Nein Haba, da erzählst du Unsinn. Von deutscher Seite aus muss das Kind gar nichts erklären. Wenn ein Elternteil deutsch ist und ein Elternteil weißrussisch, dann kann es von deutscher Seite beide Staatsbürgerschaften behalten. In D ist das Kind deutsch und in BY ist das Kind weißrussisch
Der Optionspflicht unterliegen nur Kinder, dessen Eltern keine Deutsche sind, aber in D geboren sind und dank dessen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen

Genauso unsinnig/schlimm ist es, solchen Leuten, die der Optionspflicht uinterliegen zu raten, sie sollen die zweite Staatsbürgerschaft verschweigen. Versuchen bei so wichtigen DIngen wie Staatsbürgerschaft zu schummeln, geht meist nach hinten los. Insbesondere, da diejenigen die deutsche Staatsbürgerschaft verlieren, wenn sie sich nicht erklären.

Auch wenn das Kind bis spätestens zur Vollendung des 23. Lebensjahrs keine Erklärung abgegeben hat, verliert es die deutsche Staatsangehörigkeit.

Das kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn die deutschen Behörden nachträglich die zweite Staatsbürgerschaft herausfinden

Mehr zum Optionsmodell auf den Seiten der Bundesregierung
Letzte Änderung: 2 Jahre 1 Monat her von Marco.

 

  • Haba
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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #4874 von Haba
Das ist richtig, das Optionsmodel gilt für uns nicht. Davon habe ich auch nicht geredet.
Unsinn hin oder her, oder rechtlich unsauber, ist ne Möglichkeit.
Sowohl vom Geburtsort und auch der Abstammung nach bleibt unser Kind deutsch.
Bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt hat man uns dort erzählt, dass das Kind sich später bei Volljährigkeit entscheiden muss, welche Staatsangehörigkeit es behält. Da das noch sehr viel Zeit hat, schenken wir dem noch keine Beachtung,
Ebenso unklar ist, ob es später alle paar Jahre wegen Passangelegenheiten nach BY fahren möchte. Sind die Großeltern dort nicht mehr, gibt es auch fast keinen Grund mehr dort zu sein.
Letzte Änderung: 2 Jahre 1 Monat her von Haba.

 

  • Marco
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2 Jahre 1 Monat her #4877 von Marco

Haba schrieb: Bei der Anmeldung im Einwohnermeldeamt hat man uns dort erzählt, dass das Kind sich später bei Volljährigkeit entscheiden muss, welche Staatsangehörigkeit es behält. Da das noch sehr viel Zeit hat, schenken wir dem noch keine Beachtung,

Ja das war die Rechtslage vor 2014, die nicht mehr gilt. Da galt die Optionspflicht
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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #4878 von Haba
Ich habe nicht mitbekommen, dass sich die Rechtslage 2014 in Deutschland geändert hat.
Muss ich glatt mal stöbern, was sich da für uns geändert hat...

Leider funktioniert die Seite nicht: www.einleben-zweipaesse.de

So wie ich das auf der folgenden Seite lese, kann unser Kind ja auch 2 Pässe behalten.
www.bundesregierung.de/Content/DE/Artike...=publicationFile&v=5

Beschrieben sind ja leider nur die Fälle ausländischer Eltern und nicht wo ein Elternteil deutsch, ein ausländisch (BY), und das Kind in D geboren ist.
Aber ich gehe mal davon aus, dass das dafür ebenso gilt. Wenn nicht, ist auch egal, denn es sind noch viele Jahre, wo noch viel in der Welt geschehen kann...
Letzte Änderung: 2 Jahre 1 Monat her von Haba.

 

  • MrRossi
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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #4879 von MrRossi
Ich frage mich wirklich, woher der Mythos kommt,
ein deutsches Kind, in dem mind. zur Hälfte deutsches Blut fließt (Abstammungsprinzip) müsse sich für irgendwas entscheiden...

Das Optionsprinzip gibt es in Deutschland erst seit 1999/2000 und galt von Anfang an nur für Kinder von Ausländern (also Mutter & Vater) mit deutscher Staatsbürgerschaft, die diese eben nicht durch Abstammung erworben haben.
Auch die Änderung 2014 besagt nichts anderes...

Wer das nicht glauben möchte, dem steht mit dem Internet ein mächtiges Werkzeug zur Recherche (auch historischen Gesetzestexten) zur Verfügung..

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Vielleicht gibt es auch gar nicht mehr soviele "Ur"-Deutsche, die noch Kinder bekommen, wenn inzwischen selbst Behörden falsche Auskünfte geben.
Letzte Änderung: 2 Jahre 1 Monat her von MrRossi.