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Stromtrasse in Minsk

Der Nachrichtenagentur BelTA zufolge will Belarus ab 2018 keinen Strom mehr importieren. Gelingen soll dies mit der Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Atomkraftwerks in Ostrowez.

Mit der Inbetriebnahme des AKWs sollen dann auch laut Michail Malaschenko, Verwaltungsleiter für Energieeffizienz des Energieministeriums, die Kosten für die Verbraucher sinken. Zudem soll es möglich sein, Stromenergie ins Ausland zu exportieren.

Das Atomkraftwerk vom Typ „AKW 2006“ soll sämtliche Normen und Sicherheitsanforderungen der Internationalen Atomenergiebehörde entsprechen. Das Atomkraftwerk wird nach dem Projekt des Russischen Instituts Atomenergieprojekt bei Ostrowez gebaut. Der erste Energieblock soll 2018 ans Netz gehen. Der zweite Block soll 2020 betriebsbereit sein.

Für das AKW sollen in Sachen Umweltsicherheit die neuesten Technologien eingesetzt werden, zum Beispiel aktive und passive Sicherheitssysteme, die für den normalen Reaktorbetrieb genauso wie für den Schutz vor Radioaktivität bei möglichen Störfällen sorgen. Das System soll einen störungsfreien Normalbetrieb garantieren und bei eventuellen Unfällen die Folgen für die Umwelt und für die Mitarbeiter des Atomkraftwerks minimieren.

Die passiven Sicherheitsbarrieren bieten mit einem Reaktordruckbehälter, der den Austritt von Radioaktivität stoppt, sowie einem dicken Reaktorgebäude aus Stahlbeton, der einen Flugzeugabsturz aushalten kann, einen mehrfachen Schutz. Das Schutzsystem leitet automatisch die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ein, wie zum Beispiel die Reaktorschnellabschaltung.

In 2015 plant Belarus rund 2,5 Mrd. kWh Elektroenergie zu importieren. Im Jahr 2014 verminderte sich das Importvolumen fast um das Doppelte gegenüber 2012. Damit ging die Planung, den jährlichen Import von Elektroenergie zu verringern, bisher auf.


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Mosyr antwortete auf das Thema: #2329 2 Jahre 10 Monate her
Da ich mich seit über 20 Jahren mit den Folgen des Tschernobyl Gaus befasse, jährlich vor Ort bin und einige Schicksale und Auswirkungen kenne, habe ich bei einer solchen Nachricht kein gutes Bauchgefühl. Eigentlich sollte gerade BY das ja völlig unverschuldet die Last eines AKW Gaus mit allen schlimmen Folgen zu tragen hat gescheiter mit diesem Thema umgehen.
Aber hier stehen politisch-ökonomische Ziele im Vordergrund. Teilweise kann man es ja verstehen, andererseits wiederum nicht. Vor allen wenn das Ziel der Verkauf von Energie sein soll.