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Lukaschenko: „Schmarotzer“ sollen arbeiten

Wie die Nachrichtenagentur BelTA berichtet, hat der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko heute in der Region Mogiljow während eines Besuchs der Firma Protos, die Metallkonstruktionen herstellt, sofortige Maßnahmen gefordert, Schmarotzer zur Arbeit zu zwingen.

„Jeder, der arbeiten kann, soll arbeiten. Wir werden keine Schmarotzer dulden. Manche arbeiten nicht, bezahlen keine Steuern, und wohnen nicht schlechter als wir. Dabei genießen sie alle Vorteile des Sozialstaates, von Bildung bis zur medizinischen Hilfe, die kostenlos oder sehr billig ist“, so Lukaschenko.

Laut Lukaschenko gebe es heutzutage rund 400.000 Schmarotzer. Davon ausgenommen seien die Menschen, die in Russland arbeiten. „Man sagt, Lukaschenko zwinge alle, die in Russland arbeiten, nach Belarus zurückzukehren. Das ist nicht so. Es geht um Schmarotzer, die weder in Belarus noch in Russland noch in anderen Ländern arbeiten. Wenn sie 60 Jahre alt werden, werden sie eine Rente fordern. Und woher nehmen wir die Rente? Deshalb fordere ich dringende Maßnahmen zum Kampf gegen diejenigen, die keiner Beschäftigung nachgehen wollen“, unterstrich der Staatschef.

„Jeder soll arbeiten und Geld in die Familie und in den Staat bringen. Die Verantwortung des Staates ist klar. Dieser ist für die Kinderfürsorge, Bildung, Gesundheitswesen, Sicherheit u.a. verantwortlich. Dafür brauchen wir Geld“, setzte der Präsident fort.

Alle notwendigen Maßnahmen zum Kampf gegen das Schmarotzertum würden laut Lukaschenko nun auf staatlicher Ebene getroffen. Um welche Maßnahmen es sich handelt, lies er allerdings offen.

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Mosyrs Avatar
Mosyr antwortete auf das Thema: #2155 4 Jahre 9 Monate her
Also hier hat er Recht, das sehe ich ähnlich. Wer arbeiten kann, sollte das auch tun. Dieses Schmarotzertum ist bei uns ja auch verbreitet.
Hier schützt das sogar noch die Demokratie. Bin mal gespannt wie Luka das Problem nachhaltig angehen wird.
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MrRossi antwortete auf das Thema: #2160 4 Jahre 9 Monate her
Ich habe da nur ein kleines Problem:
Wen meint er denn überhaupt?
Wo sind denn die "400000", um die es geht?

Es ist ja nicht so, daß es hier eine soziale Hängematte gibt, in der man sich ausruhen könnte.
Die staatliche Unterstützung für Arbeitslose ist kaum der Rede wert.

Oder meint er eher diejenigen, die offiziell überhaupt nicht arbeiten, aber genügend verdienen durch Schwarzarbeit?
Also Schmarotzer im Sinne von, keine Steuern zahlen aber Sozialleistungen haben wollen?
Mosyrs Avatar
Mosyr antwortete auf das Thema: #2180 4 Jahre 9 Monate her
Ja o.k., da haste Recht mit deinem Einwand. Das Geheimnis um die Betroffenen werde ich im Februar vor Ort diskutieren, fürs Telefon scheint mir das nicht das richtige Thema zu sein B)
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Hanie antwortete auf das Thema: #2181 4 Jahre 9 Monate her
ok Viele sagen sich in BY , warum soll ich für 200 Euro den ganzen Monat malochen gehen
wenn ich mit paar guten Geschäften wesentlich mehr verdiene ,
meine Freundin sagt immer in BY bekommen viele Menschen am Ende des Monats das weisse und das schwarze Geld
von Ihrer Firma , ungerechte Bezahlung einer Arbeit fördert immer Korruption und Illegalität in der Gesellschaft ,

dagegen wird in Toischland Schmarotzertum vom Staat ja noch gefördert ,
weil ein Mensch der den ganzen Monat zu Hause bleibt fast genauso viel bekommt
wie einer der den ganzen Monat arbeiten geht
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MH antwortete auf das Thema: #2187 4 Jahre 9 Monate her
Ich persönlich finde es vom Grundsatz gut, wenn ein Staat Menschen in Not sozial auffängt. Wie das in Belarus aussieht, darüber habe ich mir noch gar kein Bild machen können. Kann mir aber auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Hilfe in Belarus überaus groß ist. In Deutschland kann man sich höchstwahrscheinlich mit den Transferleistungen wenigstens noch vernünftig am Leben halten.

Bezieher von Transferleistungen generell als Schmarotzer abzutun halte ich nicht für richtig. Schwarze Schafe gibt es immer, aber von Verallgemeinerungen war ich noch nie ein Freund. Gar keine Frage ist selbstverständlich, dass jemand der arbeitet, wesentlich mehr als ein Transferleistungsbezieher bekommen sollte. Da ist ein großer Fehler im System! Auch sollte auf alle Fälle auf diejenigen, die sich lediglich einen Gemütlichen machen wollen, entsprechend Druck ausgeübt werden. Allerdings sind mir gerade aus der Wohnungswirtschaft unheimlich viele Fälle bekannt, die sind aus unterschiedlichsten Gründen einfach nach unten gerutscht. Die Leute muss man auffangen, eine Perspektive geben und damit die Chance, wieder Fuß zu fassen.

Aber zurück zu Belarus: Mir ist ein Bespiel bekannt, da hat eine Ehefrau den Job aufgegeben, weil der Mann einen besser bezahlten Job angenommen hat. Das ist Schmarotzertum... ;)

Wie sieht eigentlich der Arbeitsmarkt derzeit in Belarus generell aus? Aus meinem direkten belarussischen Umfeld haben eigentlich alle Arbeit, sofern die nicht nur Ehefrau sein wollen...
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Hanie antwortete auf das Thema: #2190 4 Jahre 9 Monate her
Wie sieht eigentlich der Arbeitsmarkt derzeit in Belarus generell aus?

ich kenne keinen von meinen Freunden der in BY arbietslos ist oder war ,
die Menschen in BY können relativ schnell gekündigt werden finden aber auch sehr schnell wieder eine neuen Job
weil Firmen auch schneller Leute einstellen ,oftmals ist dann sogar ein besser bezahlter Job ,

im Gegensatz zu Deutschland wo die Deutsche Fachkraft von ausländischen Billig Lohn Arbeitern ersetzt wird ,
und den Menschen noch eingeredet wird es fehlen Fachkräfte ,
das ein gewisser Teil der Menschen das ausnutzt ist doch klar wenn man mit zu Hause bleiben
nicht viel weniger verdient als mit Arbeiten oder am Ende des Monats Aufstocken gehen muss
weil das Geld von der Arbeit nicht reicht ,
das zugewanderte Menschen die niemals einen Cent in die Sozialkassen eingezahlt haben
soziale Leistungen geniessen sowas gibt es in BY sicher nicht ,

Jeder Staat ist in erster Linie für das Wohlergehen seiner Bürger verantwortlich, wie jede Familie zunächst für das Wohlergehen ihrer eigenen Kinder verantwortlich ist.
Deutschland gehört hier zu den Ausnahmen - es frisst seine Kinder !
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MH antwortete auf das Thema: #2192 4 Jahre 9 Monate her
Das der europäische Gedanke nicht dahingehend ausgenutzt werden darf, in einem anderen Land gemütlich Sozialleistungen zu beziehen, da bin ich ganz bei dir. Aber da ist ja glücklicher Weise jetzt vom EuGH ein entsprechendes Urteil gefällt worden.

So habe ich das eigentlich auch immer wahr genommen, dass in Belarus irgendwie stets Arbeit vorhanden ist...
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Hanie antwortete auf das Thema: #2193 4 Jahre 9 Monate her
nach dem Studium in BY darf man wohl nicht sofort in der Privatwirtschaft arbeiten ,
sondern muss erst 2 Jahre in einem staatliche Betrieb arbeiten ,
meine Freundin ist Ing . Construktor und musste nach dem Studium 2 Jahre im staatlichen Auokonzern
MAS arbeiten , da verdient man natürlich sehr wenig ,
erst nach dieser Zeit konnte Sie in die freie Wirtschaft wechseln ,
IT Fach Leute sind in BY gesucht , viele Weissrussen gehen nach Russland arbeiten weil sie dort
viel mehr verdienen ,
Lehrer Ärzte und andere Berufe und dann noch auf dem Land verdienen natürlich viel zu wenig ,
das ist eine Schande , bei teilweise höheren Lebensmittelpreisen als bei uns ,
eine Bekannte von mir ist Musikerin bei den Minsker Philharmonikern ,
die kommt vielleicht auf 1000 Dollar im Monat , das ist ein Hungerlohn nach x Jahren Studium ,
da braucht sich Luka nicht zu wundern das die Leute lieber mit Autos schieben
anstatt arbeiten zu gehen ,

wo aktuell sich so viele in Deutschland über den Streik der Lokführer sich aufgeregt haben
hier mal ein Vergleich in der EU ,
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MH antwortete auf das Thema: #2194 4 Jahre 9 Monate her

Hanie schrieb: eine Bekannte von mir ist Musikerin bei den Minsker Philharmonikern ,
die kommt vielleicht auf 1000 Dollar im Monat , das ist ein Hungerlohn nach x Jahren Studium ,

Für belarussische Verhältnisse aber schon nicht schlecht.

Der Zwang, die ersten zwei Jahre für einen staatlichen Betrieb arbeiten zu müssen, erschreckt mich jetzt ein wenig. Das war mir bisher noch nicht bekannt gewesen.

Zum Lokführerstreik, so habe ich Verständnis, wenn es um mehr Gehalt geht. Aber um mehr Macht, da hadere ich mit...
MrRossis Avatar
MrRossi antwortete auf das Thema: #2195 4 Jahre 9 Monate her

MH schrieb: Für belarussische Verhältnisse aber schon nicht schlecht.

Sehe ich auch so.
Das es immer ein Land gibt, wo man für seine Fähigkeiten besser bezahlt wird, ist ja nix neues.

Der Zwang, die ersten zwei Jahre für einen staatlichen Betrieb arbeiten zu müssen, erschreckt mich jetzt ein wenig. Das war mir bisher noch nicht bekannt gewesen.

Ist ja nur dann so, wenn man sich vorher das Studium vom Staat finanzieren hat lassen.
Von daher finde ich das auch ok. (Arbeitsverpflichtung beim Stipendiumsvergeber gabs auch schon zu meiner Studienzeit)
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MH antwortete auf das Thema: #2199 4 Jahre 8 Monate her

MrRossi schrieb: Ist ja nur dann so, wenn man sich vorher das Studium vom Staat finanzieren hat lassen.
Von daher finde ich das auch ok. (Arbeitsverpflichtung beim Stipendiumsvergeber gabs auch schon zu meiner Studienzeit)

Ok, dann relativiert sich das ja wieder, weil das wiederum legitim ist. Wird ja auch von der hiesigen Privatwirtschaft so gehandhabt, sogar mit teilweise längeren Laufzeiten.

Wenn ein Unternehmen eine Ausbildung/Weiterbildung finanziert, möchte das Unternehmen den Mitarbeiter natürlich auch entsprechend binden.
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UwE antwortete auf das Thema: #5997 2 Monate 4 Wochen her
Auch in Deutschland leben nicht wenige Leute gut ohne Arbeit, haben sich damit eingerichtet. Ein Problem ist aber, Arbeit sollte Freude machen und fair bezahlt - entlohnt werden. Es darf nicht sein, dass Menschen, die wirklich arbeiten, oft schwer arbeiten, dafür oft wenig Geld bekommen, in Deutschland gibt es ja gesetzlich beschlossene Mindestlöhne, dann im Alter in Altersarmut fallen und so doppelt im Leben bestraft werden. Menschen sollten im Job eine Zukunftsperspektive heimatnah bekommen, existenzgesichert so leben und arbeiten können. Deutschland ist ein sicher sehr anziehendes reiches Land, viele Flüchtlinge- Asylsuchende wollen ja zu uns, aber dieses reiche Land wird auch immer reicher an armen und armutsgefährdeten Menschen und Familien.
Man muss Arbeit- machbare Arbeit genügend haben, anbieten und zuweisen können, dann kann man gegen langzeitarbeitslose Schmarotzer auch wirksamer vorgehen.
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Hanie antwortete auf das Thema: #6002 2 Monate 4 Wochen her
das Märchen Deutschland wäre ein reiches Land wird den Menschen nur eingeredet von den Medien
Deutschland ist reich an Armut müsste es richtig heissen

Deutschland hat Europaweit das geringste Durchschnittsvermögen aller Menschen
selbst in Griechenland , Italien und Portugal liegt das Durchschnittsvermögen höher als bei den Deutschen
die Zahl der Eigentumswohnungen der Bürger ist in Deutschland zu den anderen Ländern eher gering
von Kinderarmut, unbezahlbaren Mieten möchte ich erst garnicht anfangen
ein portugisischer Eisenbahnfahrer verdient ca doppelt soviel wie ein Deutscher Kollege
arm trotz Arbeit, Zeitarbeit, Lohn von zwei berufstätigen in der Familie reicht nichtmal fürs Leben
4 Millionen Menschen die Ihren Strom nichtmal bezahlen können in Deutschland
das ist die Wahrheit
Rentner die trotz 45 Arbeitsjahre arm sind als Rentner
usw usw
und die Zahl der Schmarotzer die auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung lebt wird in Deutschland immer grösser
man muss nur mit offenen Augen durch die Sädte gehen
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UwE antwortete auf das Thema: #6004 2 Monate 4 Wochen her
Reich bedeutet für mich nicht nur Geld und Vermögen, aber Einkommen ist wichtig zur eigenen Existenz. Ich bin auch arm dran trotz oder mit ständig nur befristeter Arbeit seit der Wende. Es gibt immer mehr wirklich Reiche und Vermögende in Deutschland, aber eben auch immer mehr Arme und schlimm ist, Deutschland zieht trotz alledem weiter viele Leute an mit dem für diese Leute noch prima Sozialsystem. Meine Familie, meine Söhne hatten und haben bei Problemen kaum, eher keine Hilfe vom Staat, vielen Deutschen- Einheimischen geht es immer schlechter. und das Schlimme ist, der gesetzlich beschlossene Mindestlohn führt in Altersarmut, was für ein Hohn. Ich arbeite atypisch- befristet im Weiterbildungsbereich, immer ohne längere Perspektive, kenne das System also aus eigenem Erleben. Das Märchen "Reich" ist eine Milchmädchenrechnung, man kann alles so hinbiegen, wie man es braucht. Die Gesellschaft in Deutschland ist tief zerrissen und gespalten und wir Ostdeutsche sind weiter massiv benachteiligt, nicht nur dem Geld- Einkommen nach. Wir haben noch lange keine wirkliche innere Einheit!