Aktuelles

Presseschau zu Belarus (Weißrussland) aus deutschsprachigen Medien mit Nachrichten, Bildern und Videos.

nzz.ch - 29.09.2015 - Benjamin Triebe

Ungeachtet der repressiven Politik, ist Minsk für Stadler Rail der Ort der Wahl, um im Osten Europas ein Werk zu betreiben. Die Wirtschaftslage der Region könnte allerdings besser sein.

Ein Schweizer Mittelständler kommt nicht oft zu dem Ruf, ein avantgardistischer Auslandsinvestor sein. Genau diese Ehre wird dem Thurgauer Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail in Belarus zuteil – einem Land, das von Präsident Alexander Lukaschenko mit diktatorischen Zügen geführt wird, mit einer isolierten und noch stark durch Staatskommando geprägten Volkswirtschaft, die beständig um Investitionen ringt. Im Jahr 2012 stieg Stadler mit einem Joint Venture in die Produktion in Belarus ein, seit 2013 betreibt das Unternehmen eine eigene Tochtergesellschaft mit einem Werk vor den Toren der Hauptstadt Minsk.

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nzz.ch - 29.09.2015 - Benjamin Triebe

Im mit diktatorischen Zügen regierten Belarus soll die durchregulierte Staatswirtschaft dem Volk keinen Anlass zu Unmut bieten. Genau das macht das Land anfällig für Schocks.

Wenn schon Diktatur, dann mit Bardo. Also Bordeaux. Aber die weissrussische Sprache reduziert den phonetischen Gehalt des Weinanbaugebiets auf das Wesentliche, und dem Weinhändler in der Hauptstadt Minsk kommt die Kürze entgegen. So musste er das Werbeschild für sein Geschäft nicht über die ganze Höhe des vierstöckigen Gebäudes konstruieren – und der Blick bleibt frei auf die zentrale Prachtstrasse, an der in Steinwurfweite der KGB residiert. In Weissrussland hat der Geheimdienst seinen sowjetischen Namen behalten, und dem macht er unter Präsident Alexander Lukaschenko alle Ehre. Lukaschenko hat es allerdings verstanden, sein Volk bei Laune zu halten, nicht zuletzt mit Lohnsteigerungen und Importen von Konsumgütern. Aber dieses Modell stösst an seine Grenzen.

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spiegel.de - 29.09.2015

Für seine Willkür ist der weißrussische Präsident Lukaschenko berüchtigt. Hat er nun seinen Nachfolger eingeführt? Der elfjährige Sohn des Diktators saß überraschend in der Uno-Generalversammlung in New York.

Er trägt einen Seitenscheitel, die Wangen leicht gerötet, blauer Anzug, blaue Krawatte - er passt optisch ganz gut in die Uno-Generalversammlung. Allein: Er ist elf Jahre alt. Nikolas "Kolya" Lukaschenko ist der Sohn des weißrussischen Präsidenten - und war offenbar offizielles Mitglied der Landesdelegation für den Uno-Gipfel in New York. Das berichten russische und weißrussische Medien.

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wienerzeitung.at - 28.09.2015 - Simone Brunner

Weißrusslands Diktator Lukaschenko ruft zu den Wahlurnen. Interview mit dem Menschenrechtsaktivisten Ales Bjaljazki.

Minsk. Es wäre die fünfte Amtszeit von Alexander Lukaschenko, wenn er am 11. Oktober erneut zum Präsidenten Weißrusslands gewählt wird. 1994 kam "Europas letzter Diktator" ins Amt, eine Verfassungsänderung ermöglichte ihm nach zwei Amtszeiten die Wiederwahl. Die weißrussische Opposition sieht sich massiven Repressionen ausgesetzt. Im Interview der "Wiener Zeitung" spricht der weißrussische Menschenrechtsaktivist Ales Bjaljazki über die Situation im Land und was die jüngste Freilassung von politischen Gefangenen bedeutet.

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zeit.de - 24.08.2015 - Von Simone Brunner

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat am Wochenende sechs politische Gefangene freigelassen. Tauwetter oder Kalkül vor den Präsidentschaftswahlen?

Als der Kleinbus am Samstagabend kurz nach 22 Uhr auf dem Minsker Ost-Busbahnhof einbiegt, wird er sogleich von Jubelchören umschlossen. "Zhywe Belarus!" – "Es lebe Belarus!" Die Schlachtrufe der belarussischen Opposition hallen durch den Minsker Nachthimmel. "Es lebe Belarus!", gibt Nikolai Statkewitsch mit erhobener Faust zurück, kaum dem Kleinbus entstiegen.

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bernerzeitung.ch - 09.08.2015 - Von Andreas Saurer

Lenin vor dem Parlament und Stadler Rail auf der Schiene: Eine skurrile Zeitreise nach Weissrussland – in das unbekannte Land am Rande Europas, wo Aleksandr Lukaschenka seit 21 Jahren die Fäden zieht.

Wo ein Glas Wein 60'000 oder 90'000 kostet und ein anständiges Mahl zu zweit rasch 500'000, ist fast jeder Millionär. Für 100 Euro bekommt man derzeit in der weissrussischen Hauptstadt Minsk über 1,7 Millionen weissrussische Rubel. Doch weit kommt der einheimische Durchschnittsmillionär damit nicht. Das liegt an den Löhnen, die umgerechnet bei 200 bis 400 Euro liegen. Das reicht für die Wohnungsmiete oder für einen Mantel. Weit aber kommt er auch wegen der Isoliertheit seiner Heimat am Rande Europas nicht.

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deutschlandradiokultur.de - 05.08.2015 - Von Sabine Adler

In Weißrussland hat der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl am 11. Oktober begonnen. Doch was aussieht wie lebendiger Wahlkampf, ist eine Farce. Amtsinhaber Lukaschenko spielen die Ereignisse in der Ukraine in die Hände. Sie haben die Menschen in Weißrussland nicht ermutigt, selbst einen Wandel zu wagen.

Vor einem Supermarkt in einem Minsker Wohnviertel wehen die Fahnen verschiedener weißrussischer Parteien. An Klapptischen sollen Passanten ihre Unterschrift geben für den Bewerber ihrer Wahl. Die ehemalige Buchhalterin Berta Äppelbaum ist unentschieden, Lukaschenko soll es nicht mehr sein, aber noch wichtiger ist ihr, dass es keinen Maidan gibt. So etwas wolle niemand, sagt sie. Am Stand bricht ein kurzer Streit aus: Wofür Weißrussland überhaupt einen eigenen Präsidenten brauche. "Wenn sie keinen wollen, gehen sie doch gleich nach Russland!", lautete die Antwort. Die Architektin Olena hofft, dass sie in ihrem Leben noch einmal einen anderen Präsidenten als Alexander Lukaschenko erlebt, denn der sei ein Bandit. Sie ärgert, dass die Leute so passiv sind.

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deutschlandfunk.de - 04.08.2015 - Von Sabine Adler

Mikalaj Statkewitsch ist der prominenteste weißrussische Oppositionelle und Häftling. Seine Frau kämpft dafür, dass er bei den Präsidentschaftswahlen am 11. Oktober antreten kann. Bislang vergeblich. Und es gibt wenig Hoffnung, dass sich das unter der Herrschaft von Präsident Alexander Lukaschenko ändert. Für den ist die Opposition inzwischen das kleinere Problem.

"Wir bilden eine Verhandlungsgruppe, um mit der Regierung über faire Neuwahlen zu reden ohne Lukaschenko." Der 19. Dezember 2010 war der letzte Tag in Freiheit für Mikalaj [Russisch: Nikolai] Statkewitsch. Nach seinem Aufruf zu einer erneuten Abstimmung, allerdings ohne den Amtsinhaber Lukaschenko, wurde er verhaftet. Mit ihm alle anderen Oppositionskandidaten und weit über tausend Demonstranten. Statkewitsch hatte den autoritären Herrscher, der ein weiteres Mal das Resultat der Präsidentschaftswahl fälschen ließ, schon im Wahlkampf das Fürchten gelehrt. Zum Beispiel bei seinen Auftritten im Fernsehen: "Unser Volk wird nicht in Wohlstand und Würde leben, wenn es nicht die erniedrigende Situation beendet, wo ein Flegel an der Spitze alle anderen terrorisiert und alle einander terrorisieren."

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n-tv.de - 24.07.2015

Gérard Depardieu pflegt einen zweifelhaften Freundeskreis. Nun gesellt sich zu Kreml-Chef Putin auch Weißrusslands Präsident Lukaschenko. Der Diktator zeigt dem Schauspieler bei einem Besuch erstmal, wie man eine Wiese richtig beackert.

Der französische Schauspieler Gérard Depardieu ist neben seinen Filmen vor allem für seine umstrittene politische Einstellung bekannt. Zu seinen Freunden zählt er unter anderem den russischen Präsidenten Wladimir Putin und nun auch dessen weißrussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko, den Kritiker als "den letzten Dikator Europas" bezeichnen.

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neues-deutschland.de - 24.07.2015 - Von David X. Noack

Belarus versucht sich außenpolitisch neu zu orientieren

Angesichts derzeitiger (Wirtschafts-)Krisen erweist sich die enge Bindung Belarus an die Ukraine und Russland als problematisch. Entsprechend versucht die Regierung ihre Kontakte sowohl in Richtung EU/USA als auch China auszubauen.

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