Aktuelles

Presseschau zu Belarus (Weißrussland) aus deutschsprachigen Medien mit Nachrichten, Bildern und Videos.

mittelbayerische.de - 12.10.2015 - Von Gennadi Kesner und Thomas Körbel

Der „letzte Diktator“ Europas sichert sich mit mehr als 83 Prozent eine fünfte Amtszeit. Doch bei der Wahl geht es um mehr.

MINSK.Weißrusslands autoritärer Machthaber Alexander Lukaschenko hat alles erreicht, was er wollte. Mit einem vorläufigen Rekordergebnis von etwa 83,5 Prozent festigt der seit 1994 regierende Dauerherrscher nicht nur seine Macht für weitere 5 Jahre. Trotz klarer Manipulationsvorwürfe von Wahlbeobachtern sendet „Europas letzter Diktator“ zugleich ein positives Signal an den Westen mit einer relativ geordneten und gewaltfreien Abstimmung.

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welt.de - 11.10.2015 - Von Dietrich Alexander

Selbst Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko ist nicht unsterblich. Er scheint das zu ahnen und baut deshalb seinen jüngsten Sohn Kolja zu seinem Nachfolger auf.

Eine gewisse Sehnsucht nach Ewigkeit gehört wohl zu den Wesenszügen eines jeden Diktators. So ist es auch im Falle des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Die Bürger seines Landes sind an diesem Sonntag zwar aufgerufen, über das Präsidentenamt abzustimmen. Es steht aber nicht zu erwarten, dass es spektakuläre politische Umwälzungen geben wird. Was bedeutet schon eine Wahl in der letzten Diktatur Europas? Nicht viel. Lukaschenko, seit nunmehr 21 Jahren im Chefsessel, hat es zwar gefallen, drei weitere Kandidaten gegen sich antreten zu lassen, darunter sogar eine Frau. Doch sie sind kaum mehr als Staffage, Statisten in demokratischer Kulisse.

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spiegel.de - 11.10.2015 - Von Benjamin Bidder

Weißrussland geht demonstrativ auf Distanz zu Moskau. Nun kann Machthaber Lukaschenko auf eine Lockerung der EU-Sanktionen hoffen. Bei der Wahl an diesem Sonntag erwartet der Despot 80 Prozent der Stimmen.

Manchmal reicht eine einzige Aussage, um die Ausgangslage vor einer Wahl zu verdeutlichen. Im Falle von Weißrussland stammt sie von Lidija Jermoschina, sie ist Chefin der Zentralen Wahlkommission. In einer normal funktionierenden Demokratie wäre sie in dieser Funktion zu Neutralität verpflichtet. Aber was ist im Weißrussland von Präsident Alexander Lukaschenko schon normal? Im Wahlkampf hat Jermoschina die Wähler jedenfalls schon mal wissen lassen, dass es nur einen "würdigen Kandidaten" gebe: Natürlich meinte sie Staatschef Alexander Lukaschenko.

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morgenpost.de - 11.10.2015 - Von Volker Blech

Swetlana Alexijewitsch spricht über den Literaturnobelpreis, ihre Kindheit und die Wahl in Weißrussland

Swetlana Alexijewitsch, die frisch gekürte Literaturnobelpreisträgerin, gibt am Sonnabend in Berlin eine Pressekonferenz. Die Frau vorn auf dem Podium gehört zu jenen, die auf alles eine Antwort wissen. Und wenn nicht, dann sagt sie es ebenso frei heraus. Die meiste Zeit ist sie sachlich freundlich. Nur einmal reagiert die weißrussische Preisträgerin ein wenig trotzig, nämlich auf die Frage, ob sie nicht in Wahrheit Journalistin sei und eben nicht Schriftstellerin. "Das stimmt überhaupt nicht", sagt die Gewinnerin des elitärsten Literaturpreises der Welt.

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tageswoche.ch - 10.10.2015 - Von Simone Brunner und Carolina Poliakova

Weissrussland gilt als eines der homophobsten Länder in Europa. Unsere Korrespondentin hat drei mutige Dragqueens in Babrujsk besucht. Sie sind vielleicht die letzten Travestie-Künstler von Belarus.

Wer nach den Dragqueens von Belarus suchen will, der findet sie nicht in einem Schwulen-Klub in der belarussischen Hauptstadt Minsk oder einem Underground-Theater in Brest. Nicht bei den heimlichen Hauspartys der LGBT-Szene in Gomel oder Hrodna. Sondern hier, in der Kleinstadt Babrujsk, zwei Autostunden von Minsk entfernt.

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deutschlandradiokultur.de - 10.10.2015 - Von Sabine Adler

Swetlana Alexijewitsch schreibt auf Russisch, kritisiert den Präsidenten Lukaschenko und vermeidet heldenhafte Geschichten über den Krieg. Sind das die Gründe dafür, dass ihr Literaturnobelpreis in Weißrussland so wenig Freude auslöst?

Wenn sich die Weißrussen über den Literaturnobelpreis von Swetlana Alexijewitsch freuen, dann offenbar sehr zurückhaltend. An der Ladentür eines Buchgeschäfts im Stadtzentrum der Hauptstadt klebt ein A-4-Zettel. Was aussieht wie eine amtliche Mitteilung, ist ein Bekenntnis:

Swetlana Alexijewitsch hat den Nobelpreis bekommen. Kein Foto, keine Gratulation. Im Laden weist nichts auf die große Ehrung der weißrussischen Autorin hin, kein Büchertisch, kein Plakat. Der Verkäuferin ist es sichtlich unangenehm, darauf angesprochen zu werden. Sie schickt einen Kunden an die nächste Kasse, geht voran hinter ein Regal, wo ein einziges Buch der Geehrten steht, die Händlerin spricht leise, niemand soll unser Gespräch niemand mithören.

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dw.com - 10.10.2015

Aus Protest gegen die Präsidentschaftswahl in Weißrussland, aus der wohl Staatschef Lukaschenko als Sieger hervorgehen wird, sind in Minsk Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Diesmal hielt sich die Polizei zurück.

Zwar wurde die Kundgebung in der weißrussischen Hauptstadt von vielen Sicherheitskräften in Zivil begleitet, die ließen die Teilnehmer aber gewähren. Angeführt von dem ehemaligen politischen Gefangenen und Ex-Präsidentschaftskandidat Nikolai Statkewitsch zogen die Demonstranten durch das Minsker Zentrum und forderten den Rücktritt von Präsident Alexander Lukaschenko. Unter den Protestierenden waren viele Jugendliche. Sie verlangten mehr Freiheiten in dem autoritären Land, einige schwenkten Europa-Fahnen.

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zeit.de - 10.10.2015 - Von Maryna Rakhlei

Lieber lachen als weinen, sagen die Belarussen. Auch wenn Alexander Lukaschenko am Sonntag ziemlich sicher zum fünften Mal Präsident wird. Eine Glosse von Maryna Rakhlei

Am Sonntag werden die Belarussen wieder einmal zur Wahl gebeten. Für sie ist das Routine ohne offenen Ausgang: Seit 1994 regiert Alexander Lukaschenko das Land. Keine Präsidentschaftswahl seither hat die OSZE als frei und fair anerkannt.

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welt.de - 09.10.2015

Der weißrussische Präsident Lukaschenko zweifelt kaum an seiner Wiederwahl am Sonntag. Doch selbst er wird sich bewegen müssen. Aus Angst vor Putin und Geldmangel, nähert er sich dem Westen an.

Andrej Sannikau wird deutlich: Im Westen solle man sich keine Illusionen über die Präsidentenwahl in Weißrussland am kommenden Sonntag machen, erklärt der weißrussische Oppositionspolitiker. Es werde eine "gefälschte Wahl", die nur das Ziel habe, ein diktatorisches Regime an der Macht zu halten – den Präsidenten Alexander Lukaschenko. "Diese Wahl ist ein Schlag ins Gesicht des weißrussischen Volkes und das können wir nicht unterstützen", sagte er im Gespräch mit der "Welt".

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welt.de - 09.10.2015 - Von Sabine Adler

Wenn in Weißrussland am Sonntag ein neuer Präsident ermittelt wird, wird dieser höchst wahrscheinlich wieder Alexander Lukaschenko heißen. Das offizielle Ergebnis, schätzen Politiologen, wird nicht weniger als 80 Prozent betragen. Nur drei Gegenkandidaten führt der Wahlzettel auf. Einer davon wirft sich Lukaschenko zudem äußerst offensichtlich an den Hals.

Für seinen Nachfolger ist Alexander Lukaschenko bereits dabei, den Weg zu ebnen. Allerdings nimmt sich der 61-Jährige weißrussische Präsident dafür Zeit, denn noch ist der Autokrat nicht wirklich amtsmüde. Deswegen wird die Wahl am kommenden Sonntag auch nach seinen Vorstellungen ausgehen. Aber später, in Zukunft, soll das Amt in der Familie bleiben. Bei Nikolaj Alexandrowitsch Lukaschenko. Der Junior schaute in New York zu, wie das Regieren geht. Inmitten der Delegierten der UN-Generalversammlung saß der Kleine streng gescheitelt, mit roten Bäckchen, im Businesslook. Ein Knirps von elf Jahren, der hörte, was Papa Präsident der Welt mitzuteilen hatte.

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