Aktuelles

Presseschau zu Belarus (Weißrussland) aus deutschsprachigen Medien mit Nachrichten, Bildern und Videos.

deutschlandfunk.de - 29.10.2017 - Von Stefan May

Weißrussland hat das Image einer düsteren, rückwärtsgewandten Diktatur. Das Land zwischen der Ukraine, Litauen, Russland und Polen ist aber keineswegs zurückgeblieben oder unansehnlich, sondern zeichnet sich durch eine eindrucksvolle, weite Landschaft, saubere Städte und freundliche Menschen aus.

Sonntag in der beschaulichen Kleinstadt Pinsk. Sie liegt im Bezirk Brest, der Grenzstadt zu Polen. Auf dem Zentralmarkt wird eifrig verkauft und gekauft: Kleidung, Küchengeräte, Artikel für den täglichen Bedarf. Am Eingang zum Marktgelände sitzen Bauern der Umgebung auf Obstkisten nebeneinander an der Straße. Sie haben vor sich ihr bescheidenes Sortiment aufgetürmt: Honig, Tomaten, Paprika und Pfifferlinge bieten sie an. Auch wenn das Gemüse verlockend aussieht, ist Vorsicht geboten. Belarus war 1986 die von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am Stärksten betroffene Sowjetrepublik, und noch heute gibt der Staat Strahlenwerte für bestimmte Gegenden bekannt, damit die Menschen wissen, welche Lebensmittel sie unbedenklich verzehren können.

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dw.com - 16.08.2017 - Von Gleb Gavrik

Die Vorbereitungen zu gemeinsamen Manövern des russischen und des weißrussischen Militärs sind in vollem Gang. Ihr Ausmaß bereitet Beobachtern Sorge. Ist die Souveränität des weißrussischen Staates in Gefahr?

Seit dem 14. August treffen in Weißrussland (Belarus) russische Truppen ein. Im September sollen sie dort an den gemeinsamen Manövern "Zapad-2017" ("Westen 2017") teilnehmen. Nach russischen Angaben werden es insgesamt 12.700 Soldaten sein. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bedankte sich höflich bei Moskau für diese Informationen, betonte aber, dass man sie überprüfen werde.

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spiegel.de - 21.07.2017

Weißrussland ist das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe noch verhängt und vollstreckt wird. Nun machte ein Gericht in der ehemaligen Sowjetrepublik erneut von dem Gesetz Gebrauch.

Ein Gericht in Weißrussland hat zwei Männer wegen Mordes zum Tode verurteilt. Wie die weißrussische Menschenrechtsorganisation Wiasna mitteilte, wurden zwei weitere Angeklagte zu langen Haftstrafen von 22 und 24 Jahren verurteilt. Demnach befand das Gericht in Mogilew im Osten des Landes die vier Männer wegen sechsfachen Mordes zwischen 2009 und 2015 für schuldig.

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zeit.de - 14.06.2017 - Von Vera Dziadok

Noch immer ist das Leben in Belarus bestimmt durch Konventionen und eine ritualisierte sowjetische Sprache. Das verhindert, dass Probleme öffentlich diskutiert werden.

Sein Name ist Jaudacha – wenn ein N vorangestellt wäre, würde es "Versager" bedeuten. Wahrscheinlich hat ein besonders stolzes Mitglied der Familie das N irgendwann abgeschafft – wer möchte schon ein Loser sein? Nun sitzt aber der Versager ohne N im Gefängnis. Er ist Buchhändler in Minsk und betreibt einen Onlineshop, in dem auch Leute außerhalb der Hauptstadt die Bücher unabhängiger Verlage bekommen können. In den Knast kam er, weil der Staatspräsident in einem Interview von der Vorbereitung einer bewaffneten Provokation sprach. Also nahm man neben dem Buchhändler noch fast 20 andere Menschen fest, die für die Ängste und Albträume eines Einzelnen verantwortlich gemacht werden. Die Familien der Verhafteten haben über deren angebliche Verbrechen erst aus den staatlichen Medien erfahren. Zuerst die Beschuldigung, dann die Ermittlung.

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nzz.ch - 04.07.2017 - Von Benjamin Triebe

Zum Nationalfeiertag lässt Weissrussland nicht nur sein Militär paradieren, sondern auch volkswirtschaftliche Errungenschaften. Dahinter steckt nicht nur Show.

Die Zeremonie anlässlich des Nationalfeiertags scheint in Weissrussland zunächst typisch für eine ehemalige Sowjetrepublik. Natürlich stand an diesem 3. Juli eine grosse Militärparade in der Hauptstadt Minsk auf dem Programm. Eine Stunde lang zogen am Montag Soldaten, Panzer und Artilleriegeschütze vor den Augen des Autokraten Alexander Lukaschenko vorbei. Was aber danach zur Marschmusik auf die Prachtstrasse einbog, war nicht mehr typisch: Es rollten stolz Busse, Müllwagen und Baufahrzeuge aus heimischer Produktion heran. Darauf folgten Lastwagen, die auf offenen Plattformen weitere Erzeugnisse der belarussischen Volkswirtschaft präsentierten.

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kurier.at - 05.07.2017

Treffen mit Lukaschenko anlässlich der Parlamentarische Versammlung der OSZE in Minsk.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) will die Beziehungen zur autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Weißrussland ausbauen. "Die momentane Dynamik in den bilateralen Beziehungen wollen wir in den kommenden Jahren intensivieren", erklärte Kurz in einer Aussendung am Mittwoch.

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faz.net - 24.06.2016

Aus Versehen hat der weißrussische Präsident Lukaschenka seine Bürger aufgefordert, sich bei der Arbeit auszuziehen. Die kamen der Bitte nach – und zeigten das in den sozialen Netzwerken.

Zu Dutzenden halbnackter Menschen in Büros hat in Weißrussland ein Versprecher von Präsident Alexander Lukaschenka geführt. Der autoritär regierende Staatschef hatte die Bewohner des Landes in einer Rede aufgefordert, sich bei der Arbeit "auszuziehen" - gemeint hatte der 61-Jährige vermutlich "sich zu entwickeln".

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nzz.ch - 22.03.2016 - Von Paul Flückiger

Da die Beziehungen zum grossen Bruder Russland angespannt sind, setzt der Autokrat Lukaschenko auf China. Sein neues Lieblingsprojekt ist ein riesiger gemeinsamer Industriepark.

«Zeit ist Geld – Organisation ist Leben», steht auf einem roten Schild in meterhohen weissen Lettern, auf Russisch und Chinesisch. Dahinter beginnt ein Birkenwald, vor dem der Boden aufgewühlt ist und Bäume gefällt wurden. Ein paar hundert Meter weiter sind drei chinesische Bauarbeiter mit Erdarbeiten beschäftigt. Einer hat schon Feierabend und sitzt zufrieden auf einer Walze. «Foto machen, ja klar!», lächelt der Mann mit dem gemütlichen runden Gesicht. Zeichensprache versteht hier jeder. Dann schultern die Männer in den orange-grauen Overalls ihre Taschen, laden ihre Geräte in einen Handkarren und ziehen davon. «Essen», bedeutet der Fahrer der Walze.

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heise.de - 18.03.2016 - Von Jens Mattern

Die Wirtschaftslage des Landes ist desolat, der Druck auf die Oligarchen wächst

Der "Zeisig" musste in den Käfig: Juri Tschysch (Zeisig) zweitreichster Oligarch von Belarus, sitzt seit dem Wochenende in Untersuchungshaft. Wegen "schwerer Steuerhinterziehung" so die offizielle Verlautbarung des Geheimdiensts mit polizeilichen Vollmachten namens "KGB". Er soll im Begriff gewesen sein, Kapital ins Ausland zu transferieren.

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deutschlandradiokultur.de - 16.03.2016 - Von Inga Lizengevic

Nicht zurück in die Heimat! So entschied sich Inga Lizengevic 2006, nachdem Präsident Lukaschenka die Proteste in Weißrussland brutal niederschlagen ließ. Nun reiste sie wieder hin und traf den Regime-Kritiker und musikalischen Helden ihrer Jugend: Lavon Volski.

Es ist sechs Uhr früh auf dem Bahnsteig in Minsk. Gleich fährt der Zug Richtung Vilnius ab. Eine besondere Tour – die Fahrkarten sind seit Wochen ausverkauft. Die Fans des belarussischen Rockmusikers Lavon Volski wollen ihren Helden bei einem Konzert im benachbarten Litauen sehen. Das Visum gibt es zur Eintrittskarte kostenlos dazu. Und so kommt es, dass Vilnius an solchen Tagen belarussisch wird.

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