Aktuelles

Presseschau zu Belarus (Weißrussland) aus deutschsprachigen Medien mit Nachrichten, Bildern und Videos.

zeit.de - 11.05.2018 - Von Vera Dziadok

In Belarus wacht der Staat über jede Entbindung, sowjetische Ideale herrschen im Kreißsaal. Viele junge Frauen wollen sich dem Druck nicht mehr beugen.

Seit Februar bieten die Entbindungsstationen in Minsk etwas ganz Neues an: Die Wöchnerinnen dürfen von Familienangehörigen besucht werden. Bis vor kurzem waren die Verhältnisse dort alles andere als familiär. Was in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, gilt in Belarus als Fortschritt.

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mdr.de - 25.04.2018 - Von Martin Hlady und Katrin Molnár

Belarus hat bis heute mit den Folgen von Tschernobyl zu kämpfen. Doch die Regierung ist bemüht, Normalität herzustellen. Deshalb werden immer mehr kontaminierte Böden für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben. Ein Experiment mit Risiken und Nebenwirkungen.

Am 26. April 1986 explodierte Block vier des sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Große Mengen an Radioaktivität wurden freigesetzt. Ein erheblicher Teil ging im benachbarten Belarus nieder. Ein Viertel des weißrussischen Territoriums wurde verstrahlt - vor allem im Gebiet Gomel, im Südosten des Landes. Große Flächen mussten gesperrt, 140.000 Menschen umgesiedelt werden. Belarus verlor ein Viertel seines Wirtschaftswaldes, etliche Minerallagerstätten und viele Industriebetriebe. Am schlimmsten für das traditionell landwirtschaftlich geprägte Land war jedoch der Verlust von Ackerboden. Ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Belarus wurde kontaminiert. Allein dadurch gehen dem Land nach Angaben der weißrussischen Botschaft mehr als 700 Millionen US-Dollar pro Jahr verloren.

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focus.de - 21.08.2017

Die Republik Belarus, oftmals im Deutschen „Weißrussland“ genannt, macht in der Presse meistens schlechte Schlagzeilen. „Tschernobyl“, „Diktatur“ und „Bündnistreue gegenüber Russland“ – diese drei Begriffe formen das westliche Belarus-Bild.

Das mit Sanktionen belegte Minsk wurde lange Zeit vom politischen Berlin vernachlässigt und überwiegend unter dem Blickwinkel der Beziehung zu Russland betrachtet. Dem Land wurde in den Augen der Brüsseler Elite das Autonomie-Recht als ein selbstständiger Akteur de facto aberkannt.

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faz.net - 24.04.2018

Ausgerechnet vom letzten Diktator Europas erhält Angela Merkel Rückendeckung für ihre Flüchtlingspolitik. Dennoch sucht Alexander Lukaschenko lieber das Gespräch mit Russland oder China.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik gelobt. Er sah für die Aufnahme von einer Million Flüchtlinge in Deutschland 2015 aber keine humanitären Gründe, sondern verknüpfte sie mit der demografischen Lage. „Sie (Merkel) hat als erste in Europa so gehandelt: Sie sah, dass es in Deutschland an Arbeitskräften mangelt, und hat Europa vorgeschlagen, die Türen zu öffnen“, sagte Lukaschenko am Dienstag bei seiner Jahresrede in Minsk.

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faz.net - 23.03.2013 - Von Felix Ackermann , Minsk

Die Rocklegende grüßt von fern: In Minsk feiern Regierung und Opposition erstmals gemeinsam hundert Jahre weißrussische Unabhängigkeit.

Die Hauptstadt der Republik Belarus bereitet sich auf das Jubiläum einer Volksrepublik vor, die im März 1918 unter deutscher Besatzung ausgerufen wurde, aber nie ein international anerkannter Staat wurde. Bisher war die Erinnerung an jenes historische Projekt namens Weißruthenien und das Schwenken der dazugehörigen weiß-rot-weißen Flagge allein Sache der Opposition. 2018 bemühen sich zum ersten Mal staatliche Stellen um eine Annäherung.

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deutschlandfunk.de - 29.10.2017 - Von Stefan May

Weißrussland hat das Image einer düsteren, rückwärtsgewandten Diktatur. Das Land zwischen der Ukraine, Litauen, Russland und Polen ist aber keineswegs zurückgeblieben oder unansehnlich, sondern zeichnet sich durch eine eindrucksvolle, weite Landschaft, saubere Städte und freundliche Menschen aus.

Sonntag in der beschaulichen Kleinstadt Pinsk. Sie liegt im Bezirk Brest, der Grenzstadt zu Polen. Auf dem Zentralmarkt wird eifrig verkauft und gekauft: Kleidung, Küchengeräte, Artikel für den täglichen Bedarf. Am Eingang zum Marktgelände sitzen Bauern der Umgebung auf Obstkisten nebeneinander an der Straße. Sie haben vor sich ihr bescheidenes Sortiment aufgetürmt: Honig, Tomaten, Paprika und Pfifferlinge bieten sie an. Auch wenn das Gemüse verlockend aussieht, ist Vorsicht geboten. Belarus war 1986 die von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am Stärksten betroffene Sowjetrepublik, und noch heute gibt der Staat Strahlenwerte für bestimmte Gegenden bekannt, damit die Menschen wissen, welche Lebensmittel sie unbedenklich verzehren können.

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dw.com - 16.08.2017 - Von Gleb Gavrik

Die Vorbereitungen zu gemeinsamen Manövern des russischen und des weißrussischen Militärs sind in vollem Gang. Ihr Ausmaß bereitet Beobachtern Sorge. Ist die Souveränität des weißrussischen Staates in Gefahr?

Seit dem 14. August treffen in Weißrussland (Belarus) russische Truppen ein. Im September sollen sie dort an den gemeinsamen Manövern "Zapad-2017" ("Westen 2017") teilnehmen. Nach russischen Angaben werden es insgesamt 12.700 Soldaten sein. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bedankte sich höflich bei Moskau für diese Informationen, betonte aber, dass man sie überprüfen werde.

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spiegel.de - 21.07.2017

Weißrussland ist das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe noch verhängt und vollstreckt wird. Nun machte ein Gericht in der ehemaligen Sowjetrepublik erneut von dem Gesetz Gebrauch.

Ein Gericht in Weißrussland hat zwei Männer wegen Mordes zum Tode verurteilt. Wie die weißrussische Menschenrechtsorganisation Wiasna mitteilte, wurden zwei weitere Angeklagte zu langen Haftstrafen von 22 und 24 Jahren verurteilt. Demnach befand das Gericht in Mogilew im Osten des Landes die vier Männer wegen sechsfachen Mordes zwischen 2009 und 2015 für schuldig.

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zeit.de - 14.06.2017 - Von Vera Dziadok

Noch immer ist das Leben in Belarus bestimmt durch Konventionen und eine ritualisierte sowjetische Sprache. Das verhindert, dass Probleme öffentlich diskutiert werden.

Sein Name ist Jaudacha – wenn ein N vorangestellt wäre, würde es "Versager" bedeuten. Wahrscheinlich hat ein besonders stolzes Mitglied der Familie das N irgendwann abgeschafft – wer möchte schon ein Loser sein? Nun sitzt aber der Versager ohne N im Gefängnis. Er ist Buchhändler in Minsk und betreibt einen Onlineshop, in dem auch Leute außerhalb der Hauptstadt die Bücher unabhängiger Verlage bekommen können. In den Knast kam er, weil der Staatspräsident in einem Interview von der Vorbereitung einer bewaffneten Provokation sprach. Also nahm man neben dem Buchhändler noch fast 20 andere Menschen fest, die für die Ängste und Albträume eines Einzelnen verantwortlich gemacht werden. Die Familien der Verhafteten haben über deren angebliche Verbrechen erst aus den staatlichen Medien erfahren. Zuerst die Beschuldigung, dann die Ermittlung.

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nzz.ch - 04.07.2017 - Von Benjamin Triebe

Zum Nationalfeiertag lässt Weissrussland nicht nur sein Militär paradieren, sondern auch volkswirtschaftliche Errungenschaften. Dahinter steckt nicht nur Show.

Die Zeremonie anlässlich des Nationalfeiertags scheint in Weissrussland zunächst typisch für eine ehemalige Sowjetrepublik. Natürlich stand an diesem 3. Juli eine grosse Militärparade in der Hauptstadt Minsk auf dem Programm. Eine Stunde lang zogen am Montag Soldaten, Panzer und Artilleriegeschütze vor den Augen des Autokraten Alexander Lukaschenko vorbei. Was aber danach zur Marschmusik auf die Prachtstrasse einbog, war nicht mehr typisch: Es rollten stolz Busse, Müllwagen und Baufahrzeuge aus heimischer Produktion heran. Darauf folgten Lastwagen, die auf offenen Plattformen weitere Erzeugnisse der belarussischen Volkswirtschaft präsentierten.

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