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Straßenbau: Lukaschenko setzt auf Beton

Wie die Nachrichtenagentur BelTA mitteilt, möchte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko beim Bau von Autostraßen vermehrt auf die moderne Betonbauweise setzen. Dies gab Lukaschenko während eines Besuchs der Baustelle der zweiten Minsker Ringstraße bekannt.

Straßen mit modernen Betondecken halten nach Meinung von leitenden Angestellten des Transportministeriums, Bauarbeitern und Entwicklungsingenieuren bis zu 25 Jahren, während Asphaltdecken eine maximale Haltbarkeit von zehn Jahren haben. Zudem können Betonstraßen eine größere Belastung aushalten.

Auch seien für den Betonstraßenbau nur örtliche Rohstoffe notwendig, während man beim Bau von Asphaltstraßen das Bitumen verwende, das aus Importerdöl hergestellt werde. „Auf solche Weise sinkt der Bedarf am kostenträchtigen Importrohstoff, gleichzeitig werden wir unsere modernisierten Zementwerke mehr auslasten“, so der Staatschef.

Beim Bau von Plätzen und Zufahrtsstraßen soll ebenfalls vermehrt Beton zum Einsatz kommen.

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MrRossis Avatar
MrRossi antwortete auf das Thema: #1861 5 Jahre 1 Woche her

Betondecken halten nach Meinung von leitenden Angestellten des Transportministeriums, Bauarbeitern und Entwicklungsingenieuren bis zu 25 Jahren...


Na dann sollen die mal nach Deutschland kommen und sich die Schäden der A9, A4 und zahlreicher anderer Autobahnen anschaun. Nach 4-5 Jahren fing das Bröckeln an.
Stichwort "Betonkrebs".
Ich kenne eigentlich keine Beton-Autobahnen, die 20 Jahre oder mehr gehalten haben.

Aaahh - doch die alten Transitstrecken der DDR!
Beim Drüberfahren immer herrlich gewesen: Dumdum... Dumdum... Dumdum..., hehe ;)

Ich kenne aber auch keine Asphaltstrecken in Belarus die nach 3-4 Jahren noch gut befahrbar sind.
Nun liegt das aber nicht nur an der vermeintlich schlechteren Qualität.
Grade der doch noch oft harte Winter macht dem Asphalt zu schaffen, durch verstärkte Rissbildung (weil spöde bei -20 Grad) und durch Bodenbewegungen, wenn der tiefgefrorene Boden sich ausdehnt...
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MH antwortete auf das Thema: #1862 5 Jahre 1 Woche her
Auch wenn die Entscheidung für Beton oder Asphalt immer abgewägt werden muss und es hier auf den Einzelfall ankommt, gebe ich dir vollkommen Recht.

Beton ist starr, Asphalt viel elastischer. Vor allem die Fugen im Beton müssen bei einer Fahrbahn Temperaturschwankungen gut aushalten können.

Auch die Herstellung einer Betonfahrbahn ist wesentlich aufwendiger, dauert länger und kostet viel mehr als die Asphaltbauweise. Bei Asphalt kann die Fahrbahn schon nach ca. 24 Stunden freigegeben werden, bei Beton aber erst frühestens nach sieben Tagen. Voll belastbar ist eine Betonfahrbahn aber erst nach ca. 28 Tagen.

Hinzu kommt das laute Abrollgeräusch. Eine Betonfahrbahn ist wesentlich lauter.

Bei Betonfahrbahnen sind Dehnfugen notwendig, die wiederum einen erhöhten Aufwand bei der Sanierung bedeuten.

Bei Asphalt hingegen gibt es auch bei den zu verwendenden Mineralstoffen viel mehr Entwicklungsspielraum. Betonfahrbahnen führen Wasser nicht so gut ab wie beispielsweise Drainasphalt, auch wenn sich Beton hier schon verbessert hat.

Ich denke, die Entscheidung für Beton ist mehr politischer Natur, ein wenig mehr Unabhängigkeit zu erlangen.

Auf meiner letzten Belarusreise sind mir übrigens wieder viele Straßenbauer aufgefallen. Hier tut sich eigentlich immer etwas. Allerdings habe ich auch in manchem Ort mit Kieselsteinen aufgefüllt Schlaglöcher beobachtet. :pinch:
karlsons Avatar
karlson antwortete auf das Thema: #1863 5 Jahre 1 Woche her
Es gibt inzwischen aber viel besseren Beton als das, was auf der A9 und A4 verwendet wurde.

Ob das jetzt bedeutend besser ist...... null Ahnung :blink:

Für Kfz Teststrecken wird gerne Beton verwendet. Diese müssen aber nicht so eine Dauerbelastung aushalten wie Autobahnen.

Lautes Abrollgeräusch geht garnicht, hat aber auch manchmal was mit den Reifen zu tun.
Renes Avatar
Rene antwortete auf das Thema: #1864 5 Jahre 1 Woche her

MrRossi schrieb:

Aaahh - doch die alten Transitstrecken der DDR!
Beim Drüberfahren immer herrlich gewesen: Dumdum... Dumdum... Dumdum..., hehe ;)


Hat aber weniger was mit der DDR zu tun, das waren - man höre und staune - noch die Betonplatten von Onkel Adolf. ;)

MHs Avatar
MH antwortete auf das Thema: #1883 5 Jahre 1 Woche her
Hierzu habe ich einen netten Bericht gefunden:

Autobahnen haben "Betonkrebs"
Mosyrs Avatar
Mosyr antwortete auf das Thema: #1897 5 Jahre 6 Tage her

MrRossi schrieb:

Betondecken halten nach Meinung von leitenden Angestellten des Transportministeriums, Bauarbeitern und Entwicklungsingenieuren bis zu 25 Jahren...


Na dann sollen die mal nach Deutschland kommen und sich die Schäden der A9, A4 und zahlreicher anderer Autobahnen anschaun. Nach 4-5 Jahren fing das Bröckeln an.
Stichwort "Betonkrebs".
Ich kenne eigentlich keine Beton-Autobahnen, die 20 Jahre oder mehr gehalten haben.

Aaahh - doch die alten Transitstrecken der DDR!
Beim Drüberfahren immer herrlich gewesen: Dumdum... Dumdum... Dumdum..., hehe ;)

Ich kenne aber auch keine Asphaltstrecken in Belarus die nach 3-4 Jahren noch gut befahrbar sind.
Nun liegt das aber nicht nur an der vermeintlich schlechteren Qualität.
Grade der doch noch oft harte Winter macht dem Asphalt zu schaffen, durch verstärkte Rissbildung (weil spöde bei -20 Grad) und durch Bodenbewegungen, wenn der tiefgefrorene Boden sich ausdehnt...


In über 20 Jahren kam es quasi jedes dritte Jahr vor das die M10 eine furchtbare Piste war. Kaum befahrbar, jedenfalls nicht in Reisegeschwindigkeit. Bilder davon hätte ich zuhauf. Zum einem ist das eine vielbefahrene Strecke, gewaltige Strecken und damit enorme Kosten die Batka nur schwierig stemmen kann. Was mir (uns) immer wieder aufgefallen ist, nur wenige Zentimeter Asphalt sollten es richten. Das kann nicht gutgehen, Millionen von Tonnen an Material und das bei Hitze und Kälte, beides extrem, da bedarf es anderer Materialeinsätze um länger halten zu können.
Vielleicht kommt ja nun durch die Maut benötigtes Kapital zusammen. Ich begrüße das ausdrücklich wenn die Mittel zweckbezogen eingesetzt würden/werden. Aber da haben wir ja hier auch so unsere Erfahrungen.
Lemmys Avatar
Lemmy antwortete auf das Thema: #1900 5 Jahre 6 Tage her
Ist mir auf der M1 und anderen Strecken auch schon aufgefallen.

Bin kein Straßenbauer, habe auch wenig bis keine Ahnung von dem Thema.

Aber einfach "überasphaltieren" der völlig maroden Bereiche, das übrigens in Rekordzeit, gab ja 10 - 15 Kilometer lange Baustellen, die es im nächsten Jahr nicht mehr gab, sieht vielleicht die ersten paar Jahre gut aus, aber auf Dauer?

Kann mich aber noch gut an meine ersten paar Jahre erinnern, als man auf der M1 Brest Richtung Minsk, teilweise auf völlig leeerer Autobahn, nur 60 - 70 km/h fahren konnte, weil man sonst Angst haben musste, das es sonst einem das Fahrwerk des Wagens zerdeppert.

Wie gesagt, keine Ahnung, aber in den letzten Jahre machen die Straßen in BY einen immer besseren Eindruck.

Obs so bleibt?

Ich würde es mir wünschen.
MrRossis Avatar
MrRossi antwortete auf das Thema: #1904 5 Jahre 5 Tage her
Also die M4 Minsk-Mogilev ist letztes Jahr komplett 4-spurig ausgebaut/fertig geworden. (ca. 200km nach 3 oder 4 Jahren Bauzeit)
Die ältesten Abschnitte fingen aber schon wieder das Bröckeln an, wo die letzten Teilabschnitte noch nicht fertig waren.

Wurden aber inzwischen auch wieder neu gemacht. Im Moment ist die Strecke ziemlich gut. (bis zum kommenden Winter :) )

---

Ein Teil der M4 ist als Notlande/startbahn für Flugzeuge konzipiert (Mittelstreifen hat keine Leitplanke ist voll durchgeteert).
Hab gestern gesehen, das die nächsten Tage dort eine Flugzeugübung stattfinden wird.
Standen einige mobile Radarfahrzeuge und sonstige Fahrzeuge vom Militär herum.
Waren grad dabei die Umleitungsschilder aufzustellen.

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In Mogilev selber werden Schlaglöcher meist schnell geflickt (auch im Winter bei -10Grad).
Aber komplett neu geteert werden nur einige Hauptstraßen mal.
MrRossis Avatar
MrRossi antwortete auf das Thema: #1913 5 Jahre 4 Tage her

MrRossi schrieb: Ein Teil der M4 ist als Notlande/startbahn für Flugzeuge konzipiert (Mittelstreifen hat keine Leitplanke ist voll durchgeteert).


Passend dazu die Meldung auf belta:



<L-ink>
Mosyrs Avatar
Mosyr antwortete auf das Thema: #2072 4 Jahre 11 Monate her
Das gab es früher in der DDR auch das die AB kurzfristig als Start-und Landepiste für Militärflieger umfunktioniert wurde. Vom Prinzip her ja eine kostengünstige Sache. Kostengünstig, man sparte separate Landebahnen zu bauen und die manchmal hinterlichen (bei Stau) Leitplanken werden auch noch eingespart :)