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Swetlana Alexijewitsch

Wie die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt gab, geht der diesjährige Literaturnobelpreis an die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch. Die 67-jährige Weißrussin gehörte schon in den vergangenen Jahren zu den besonders aussichtsreichen Kandidaten. 2013 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Alexijewitsch gilt als mutige Zeitzeugin der postsowjetischen Gesellschaft. Weltweit berühmt wurde sie 1997 mit „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“. Ihre Bücher sind inzwischen in 35 Sprachen übersetzt worden. Als ihr Großwerk gilt das Buch „Secondhand-Zeit: Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ von 2013. Sie ist mit einem ganz eigenen literarischen Stil zum moralischen Gedächtnis des zerfallenen Sowjetimperiums geworden.

Mit ihren Büchern bezieht Alexijewitsch Positionen, die ihr in ihrer Heimat Weißrussland, wo sie sich für ihre Texte vor Gericht rechtfertigen musste und ihr Telefon bis heute abgehört wird, sowie im Nachbarland Russland mitunter heftige Kritik einbringen. So wird die Verleihung des Nobelpreises von regierungsnahen Medien in Minsk und Moskau kritisiert. Alexijewitsch habe den Preis nur für ihren Hass auf Russland bekommen, meint z.B. die „Komsomolskaja Prawda“.

Alexijewitsch wurde am 31. Mai 1948 im westukrainischen Iwano-Frankowsk geboren. Sie sich viele Jahre im Ausland auf, zog aber 2012 trotz ihrer oppositionellen Haltung wieder zurück nach Minsk. Die weißrussische Schriftstellerin empfindet ihren Literaturnobelpreis als Verpflichtung zum weiteren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte.

Verliehen wird die mit 8 Millionen umgerechnet etwa 850.000 Euro dotierte Auszeichnung traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm.